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Nachgefragt bei den Wasserversorgern Kann man das Leitungswasser im Emsland bedenkenlos trinken?

Von Harry de Winter | 15.08.2017, 20:22 Uhr

Wie gut ist das Leitungswasser, dass im Emsland aus dem Wasserhahn kommt? Unsere Redaktion hat bei den hiesigen Wasserversorgern in der Region nachgefragt.

Eigentlich ist es ein Luxus, der für uns zur Selbstverständlichkeit geworden ist: Wir möchten sauberes Wasser aus unserem Wasserhahn trinken können. Oftmals ist die Qualität des Leitungswassers vergleichbar mit gekauften Wasser aus dem Supermarkt. Doch oftmals werden bei Proben überhöhte Nitrat-Werte und andere ungesunde Stoffen im Grundwasser nachgewiesen. Doch nach wie vor ist das Wasser, welches aus unseren Wasserhähnen in die Haushalte im Emsland fließt, bedenkenlos zu genießen.

Wasserverband Hümmling größter Versorger

Insgesamt fünf Wasserversorger bringen im Emsland das Lebensmittel Nummer Eins in die einzelnen Haushalte. Im Norden ist es der Wasserverband Hümmling, der auch gleichzeitig der größte Lieferant im Emsland ist. Über 121.000 Menschen werden versorgt. Qualitativ kann das Wasser „ohne Bedenken direkt aus der Leitung“ getrunken werden, so der Wasserverband. Alle gesetzlichen Vorgaben und Grenzwerte würden eingehalten. Auch die Nitratmenge liege mit zehn Milligramm pro Liter deutlich unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Aufbereitet werde das Grundwasser für die Parameter Eisen, Mangan und den ph-Wert.

Nitratbelastung weit unter den Grenzwerten

Der zweitgrößte Wasserlieferant ist der Trink- und Abwasserverband Bourtanger Moor, der weite Teile des mittleren Emslands versorgt. Rund 85.000 Menschen bekommen ihr Leitungswasser von der Stelle. Auch hier sei die Qualität hervorragend. Im Aufbereitungsprozess werde das Wasser von Schwefelwasserstoff und sonstigen Gasen befreit und mit Sauerstoff angereichert. In den folgenden Filtrationsstufen werden Eisen, Mangan und Huminstoffe entfernt. In der abschließenden Entsäuerungsfiltration werde ein guter pH-Wert eingestellt. Erst dann fließe das nun fertige Trinkwasser in unterirdische Behälter zur Zwischenspeicherung und von dort über das rund 1500 Kilometer lange Verteilungsnetz bis zu den Kunden gepumpt, heißt es vom Trink- und Abwasserversorgungsverband. Bei allen Förderbrunnen liege die Nitratbelastung mit 5,5 Milligramm pro Liter weit unter den Grenzwerten.

Gute Qualität im Lingener Land

Mit 70.000 versorgten Menschen ist der Wasserverband Lingener Land der drittgrößte Trinkwasserlieferant im Emsland. „Insgesamt betrachtet ist das abgegebene Trinkwasser sowohl in bakteriologischer als auch in chemischer Hinsicht von guter Qualität“, sagte Reinhold Gels, Geschäftsführer des Wasserverband Lingener Land. Auch den Vergleich mit den anderen Wasserversorgern im Emsland scheut er nicht. „Unser Trinkwasser hat sicherlich im Vergleich eine gute Qualität. In unseren Förderbrunnen lag der Nitratwert bislang zwischen null und zwei Milligramm pro Liter. Das tiefere Grundwasser ist bei uns wenig mit Nitrat belastet. Es besteht in den Wasserschutzgebieten seit vielen Jahren eine Kooperation zwischen der Landwirtschaft und der Wasserwirtschaft. Aufgabe dieser Kooperation ist es, den vorbeugenden und nachhaltigen Grundwasserschutz zu fördern, um so insbesondere Nitrateinträge zu reduzieren.“

Keine Probleme mit Nitraten bei den Stadtwerken

Als kleinste Wasserlieferanten sind die Stadtwerke Lingen und Meppen für gut 35.000 Menschen tätig. Bei beiden sei die Qualität des Trinkwassers sehr gut, heißt es in den Pressemitteilungen der Stadtwerke. „Es gibt keine Gefährdung durch Nitrate,.“ Man liege mit zehn Milligramm pro Liter unter dem Grenzwert, so die Stadtwerke Lingen. Auch in Meppen seien Nitrate kein Problem, „da wir dieses Wasser über sechs Rohwasserbrunnen aus dem Wasserschutzgebiet der Stadtwerke fördern“, schreibt die Pressestelle der Stadt Meppen. Die Nitratbelastung liege bei einem Milligramm pro Liter.