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Mit Humor zum Sieg Jens Kotalla gewinnt Poetry Slam in Meppen

Von Constanze Lerch | 27.07.2014, 18:10 Uhr

Den fünften Poetry Slam am Meppener Püntkers Patt hat Jens Kotalla aus Münster gewonnen.

Wieder einmal hatte das Organisationsteam der Kleinstadtkinder um Peter Ahlers Glück mit dem Wetter. Während es am Nachmittag noch stark geregnet hatte, konnte am Abend bei angenehm warmen Temperaturen die Sommerlaune heraufbeschworen werden.

Viele jüngere, aber auch ältere Poetry-Slam-Fans hatten sich auf den Weg gemacht, um unter dem Motto „Redefluss“ den lyrischen Ergüssen von acht Teilnehmern zu lauschen. Sie stellten sich als wortgewandte und kreative Dichter heraus, denn in der ersten Runde, in der alle acht einen fünfminütigen Text vortragen konnten, wurden die unterschiedlichsten Themen behandelt. Von der Aufforderung, die Laune nicht nur am guten Wetter festzumachen, bis zur lustig verpackten Kritik an Abnehmprodukten war alles dabei.

Während das Publikum nach den Auftritten nun ihre vier Favoriten mit Klebepunkten ins Halbfinale schicken konnte, sorgten Alitave aus Meppen und Intar aus Lettland in den Pausen für die richtige Stimmung.

In der zweiten Runde ging es nicht weniger unterhaltsam, aber deutlich emotionaler zu. So wurden der brutale Einsatz des Militärs in Brasilien während der Fußballweltmeisterschaft und die große Liebe aus filmografischer Sicht zum Thema gemacht. Durchsetzen konnten sich aber schließlich Jenny Brames aus Osnabrück und Jens Kotalla aus Münster. Erstere wusste mit einem Text zu überzeugen, der die Menschen dazu aufforderte, nicht länger im Alltagstrott stecken zu bleiben und nicht Chancen „aus Angst davor, die richtige Sache zur falschen Zeit zu starten“, liegen zu lassen.

Kotalla setze wie auch schon in der Vorrunde auf einen humorvollen Text über die Menschen in den Jobcentern, die er liebevoll „die Zombies der Gesellschaft“ nennt. Der Arbeitssuchende Steve Jobs bringt in seiner Erzählung die Sachbearbeiterin A.H. Itler zur Verzweiflung, indem er ihr Karrierewünsche als Grillanzünder, Hochstapler oder Armleuchter vorschlägt.

Die beiden Slammer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, konnten im Finale um die Gunst des Publikums kämpfen. Beide warteten dort mit Kreativität und Wortwitz auf und konnten so die Zuhörer auf ihre Seite ziehen. Brames ließ im Finale noch einmal die Emotionen sprechen und erzählte von den Gefühlen, die man erlebt, wenn man einem ganz besonderen Menschen im Leben begegnet ist.

Im scheinbaren Kontrast dazu beschrieb Kotalla seine Arbeit als Sexualpädagoge und das Verhalten der Schüler im Aufklärungsunterricht. Dass dieser aber auch ernste Themen ansprechen kann, bewies er mit dem überraschenden Ende seines Textes, in dem er mehr Aufmerksamkeit für Kindesmissbrauch forderte. Mit dieser gelungenen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit konnte er sich den Sieg des Poetry Slams sichern.