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Minaid hilft in Burundi Meppener hilft seinem Geburtsland in Afrika

Von Horst Heinrich Bechtluft | 27.04.2017, 18:33 Uhr

Mit Starthilfe für Unternehmer in Burundi hilft der Meppener Arzt Evariste Gafumbegete in seinem afrikanischen Geburtsland Burundi.

 Gafumbegete (56) und sein Bruder Sango in Burundi haben vor acht Jahren die Stiftung „Minaid“ gegründet. Die Mediziner leisten in ihrem Geburtsland praktische Entwicklungshilfe. Deren Ansatz könnte nach Meinung von Beobachtern ein Lehrbeispiel für die „große Politik“ sein.

„Nur Geld zu geben, ist keine gute Hilfe“, sagt Evariste Gafumbegete. Der Emsländer und Christ mit afrikanischen Wurzeln hat zwei große Lastzüge mit Hilfsgütern und Waren zusammengestellt. Die sollen in den nächsten Wochen die weite Reise in eines der ärmsten Länder der Welt antreten. Dort werden die Gegenstände ganz praktisch zum Hervorbringen von Mehrwert vor Ort eingesetzt: „Minaid“ stellt die Güter als Starthilfe für kleine Gewerbetreibende zur Verfügung. Mit dem Erlös aus dem Einsatz zahlen die zumeist jungen Leute ein sachgebundenes „Darlehen“ zurück.

„Es hat uns überrascht, wie schnell das Geld an die Stiftung zurückfließt“, sagt der Meppener Chefarzt. Denn die afrikanischen Jungunternehmer wollten ihre „Schulden“ möglichst bald los sein. Hinzu komme eine „Frage der Ehre“: Nur wer regelmäßig in kleinen Schritten zurückzahlt, verdient Vertrauen und wird weiterhin unterstützt. Als Beispiel nennt Gafumbegete die Lieferung eines italienischen Baugerüstes. Dieses darf in Deutschland wegen gesetzlicher Vorgaben nicht verwendet werden. In Burundi kann das Gerüst aber jahrelang beim Bau von Häusern eingesetzt werden – und es müssen keine Bäume mehr abgeholzt werden!

Die Lastzüge, welche die Güter nach Afrika bringen, sollen demnächst über „Minaid“ in Fuhrunternehmen zum Einsatz kommen. Burundi, bis vor 100 Jahren eine deutsche Kolonie, liegt mitten in Ostafrika. Das relativ kleine Land, in dem die meisten Menschen Christen sind, ist auf die Verbindung zum tansanischen Hafen Daressalam angewiesen. Der Überland-Transport hat eine große Bedeutung. Evariste Gafumbegete hofft, dass die Lkw von Meppen aus bald die Schiffsreise antreten können. Die Laster konnte er mit großzügiger Unterstützung des Unternehmens Coppenrath Feingebäck aus Geeste-Groß Hesepe erwerben. Ebenso hilft der Rotary Club Meppen bei dem Projekt – unter anderem mit einem zinslosen Darlehen, ganz im Sinne von „Minaid“.

Die Aktion der beiden Brüder hat nach Einschätzung der Meppener Rotarier aktuelle Bedeutung. Gerade in einer Zeit, in der viele junge Menschen aus dem übervölkerten Afrika nach Europa und Deutschland fliehen, gelte es solche Zeichen der Hoffnung zu setzen. Evariste Gafumbegete, der seinen beruflichen Weg in Deutschland machen konnte, sagt es so: „Wir dürfen die jungen Leute in Burundi nicht alleine lassen. Wir müssen ihnen Arbeit und dem Land Frieden geben. Damit können wir vermeiden, dass sie sich Rebellengruppen anschließen oder vor Gewalt fliehen müssen.“ – Aktuell hofft er, dass demnächst die Zollplomben an den Lastzügen glänzen und die Reise der Hoffnung nach Afrika starten kann.