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Meppen bringt Projekt voran Feinplanung für Bau der Hafenstadt

Von Tobias Böckermann | 25.06.2013, 14:00 Uhr

Die Entwicklung des Quartiers am ehemaligen Emshafen in Meppen schreitet voran. Vertreter der Stadtverwaltung und der Planer haben jetzt den offiziellen Startschuss für die Weiterentwicklung des Gebietes gegeben.

Der Emshafen ist Teil des Stadtumbaugebietes „Rechts der Ems“, in dem die Stadt Meppen ein neues gemischtfunktionales Wohngebiet erschaffen will. Am 30. Mai hat der Verwaltungsausschuss die Vergabe des 136000 Euro schweren Planungsauftrages an die „ARGE Emshafen“ beschlossen. Mitglieder dieser Arbeitsgemeinschaft mehrerer Architekturbüros hatten 2012 den städtebaulichen Wettbewerb für das Stadtumbaugebiet gewonnen.

Zeitgleich mit dem Auslaufen der Hafennutzung im Jahre 2008 war das Stadtumbaugebiet „Rechts der Ems“ in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden, wodurch ein Teil der Kosten für die Überplanung finanziert werden konnte.

„Mit den Fördermitteln dieses Programms besteht für uns die Möglichkeit, die erforderlichen Maßnahmen zur Umnutzung des stadtnahen Quartiers „Alter Emshafen“ zu einem „Stadtteil am Wasser“ zu finanzieren“, erläuterte Bürgermeister Jan Erik Bohling.

Langfristiges Ziel ist ein Wohngebiet, in dem urbanes Wohnen am Wasser möglich ist. Um diesem Ziel näher zu kommen, hat die Stadtverwaltung bisher für rund 3,1 Millionen Euro Grundstücke und Gebäude gekauft, eine abgängige Doppellagerhalle abgerissen, Bahnanlagen beseitigt und die nötige Altlastsanierung dreier Grundstücksflächen im Bereich der Schützenstraße im Rahmen des Konjunkturpaketes II durchgeführt. Danach erfolgten die Wiederherstellung der Schützenstraße und die Herrichtung der Grundstücksflächen zur Zwischennutzung unter anderem in Form von Parkplätzen.

3,1 Millionen Euro

Nun sollen die beauftragten Architekten den Flächennutzungsplan ändern und den Bebauungsplan aufstellen. Die Hochbauplanung, also die konkreter Gebäude, folgt erst später. Zur „ARGE Emshafen“ gehören neben den Verfassern des preisgekrönten Entwurfs, nämlich der osp urbane landschaften Rabe und Stokman Partnerschaft aus Hamburg und dem Büro yellow z urbanism architecture (Zürich und Berlin) auch das oldenburgische Planungsbüro nwp Planungsgesellschaft mbH.

Im kommenden Herbst sollen die von der ARGE Emshafen erarbeiteten Ergebnisse vorgestellt und mit der Öffentlichkeit erörtert werden. Parallel zum Planaufstellungsverfahren soll auch das sogenannte Umlegungsverfahren zur Neuordnung der Grundstücke fortgeführt werden (siehe Kasten). Denn um alle Planungsziele zu erreichen, müssten einige Betriebe ausgesiedelt werden, denen man passenden Ersatz bieten muss.

Bürgermeister Bohling bezeichnete den Hafenumbau als wichtigstes städtebauliches Projekt nach MEP, Krankenhaus und Bahnhof. Nach Abschluss der derzeit laufenden Grundstücksverhandlungen solle bereits der Abbruch des ehemaligen Raiffeisen-Marktes und eventuell weiterer abgängiger Bausubstanz an der Schützenstraße nach Möglichkeit noch in diesem Jahr erfolgen.

Die Realisierung des Wohngebietes erfolgt scheibchenweise und kann durchaus mehr als ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen.