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Mehrere Filialen betroffen Emsländische Volksbank schränkt Öffnungszeiten ein

Von Hermann-Josef Mammes | 09.11.2015, 11:45 Uhr

Obwohl das Kundenwertvolumen der Emsländischen Volksbank in diesem Jahr sogar noch einmal um rund 100 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro zum Vorjahr wachsen wird, blickt die Bank mit Sorgenfalten in die Zukunft. Wie die Bankvorstände Frank Thiel und Klaus Krömer sagen, schrumpft das Betriebsergebnis weiter.

Betrug es 2013 noch 15 Millionen Euro, sank es im letzten Jahr auf 14 Millionen Euro und für 2015 rechne die EVB nur noch mit 12 Millionen Euro. Dabei sagte Thiel in einem Pressegespräch: „Diese Entwicklung wird sich fortsetzen.“ Ziel sei es deshalb mit gezielten Maßnahmen diesen Negativtrend zumindest „zu verlangsamen“.

Gewinnmarge wird immer kleiner

Dabei betonen beiden Bankvorstände, dass dieser Trend kein spezifisches Phänomen der EVB ist, sondern alle Kreditinstitute im Bereich der Industrie- und Handelskammer Osnabrück/Emsland/Bentheim darunter leiden. Als Ursachen nennen sie drei Komponenten. Das ist zum einen das weiterhin niedrige Zinsniveau, das die Gewinnmarge der Banken immer weiter reduziert. Thiel und Krömer monieren zudem die immens hohe und personalaufwendige „Regulatorik“ im Bank- und Kreditgeschäft. Dritter Punkt sei die Digitalisierung.

Beide sagten aber auch: „Wir wollen keine unsere 15 Standorte schließen.“ Allerdings würden an den Standorten Emmeln, Heede und Neubörger sowie den Meppener Filialen Nödike, Esterfeld und Neustadt die Öffnungszeiten reduziert. Nach drei Überfällen gibt es in Schöninghsdorf schon seit längerer Zeit nur noch Beratungen nach telefonischer Vereinbarung. Stolz sei die EVB auf ihr engmaschiges Filialnetz. „Zwischen den Filialen liegen im Durchschnitt nicht mehr als fünf Kilometer“, so Krömer.

Servicekräfte nicht ausgelastet

Thiel sagte, dass die „Servicekräfte oftmals nicht ausgelastet sind“. Gleichwohl wolle die EVB keinen ihrer 235 Mitarbeiter durch die Neuordnung entlassen. Die frei werdenden Kapazitäten sollen diese Mitarbeiter gezielt für das Beratungsgeschäft nutzen. Hierfür würden sie speziell geschult. Thiel sprach von einer „Vorwärtsstrategie“. Im Bereich der Vermögensberatung werde die Zahl der Berater „fast verdoppelt“. Über gezielte Kundengespräche sei es eventuell möglich, den Rückgang beim Betriebsergebnis abzuschwächen.

Neues Servicecenter

In Befragungen der Bank hätten die Kunden zudem mehrfach den Wunsch nach verbesserter telefonischer Erreichbarkeit geäußert. Deshalb biete die Bank ab Ende November ein Kundenservice-Center ein. Es sei mehr als ein reines Callcenter, die Mitarbeiter würden nicht nur telefonisch Termine vereinbaren, sondern insbesondere Anfragen beantworten und eine Vielzahl von Bankdienstleistungen anbieten. Es wird werktags von 8 bis 18 Uhr über die bekannten Telefonnummern der Filialen der Emsländischen Volksbank eG erreichbar sein. Das siebenköpfige Team werde von Bankfachwirtin Anne Steffens geleitet.