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„Lass Dich nicht abspeisen“ Aktionstag in Meppen für gleichen Lohn

Von Ann-Christin Fischer, Ann-Christin Fischer | 21.03.2016, 11:12 Uhr

Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist für viele ein Herzenswunsch, in der Realität sieht das aber ganz anders aus. Darum machte ein Aktionsbündnis in der Meppener Einkaufspassage MEP am Equal Pay Day (EPD) darauf aufmerksam.

 Der EPD markiert den Stichtag, bis zu dem eine Frau länger arbeiten muss, um den Jahresverdienst eines Mannes zu erreichen. „Der ist in diesem Jahr am 19. März und auf diesen Zustand möchten wir aufmerksam machen“, erklärte Marlies Kohne, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Emsland. Sie hat zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, den emsländischen Vertreterinnen der KFD und den Landfrauenverbänden einen Aktionstag unter dem Motto „Lass Dich nicht abspeisen – Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ins Leben gerufen.

Meppen sieht rot

In Meppener Einkaufszentrum versammelten sich rund 100 Frauen, alle mit einem roten Kleidungsstück oder einem Accessoire, ihr Erkennungszeichen am EPD. „Ich bin selbst betroffen“, erzählte Gaby Többen, die mit einem roten Schal bekleidet, an einem der bereitgestellten Tische inmitten der MEP saß. „Ich werde dafür bestraft, dass ich Kinder bekommen habe und in dieser Zeit nicht gearbeitet habe und mich nicht absichern konnte.“ Sie berichtete von der Männerwelt, die den Zustand oft verharmlose: „Viele sagen, dass es doch Gewerkschaften gebe, aber das ist nicht die Regel. Vor allem in Pflegeberufen muss etwas passieren.“ Die Meppenerin ist nun in Rente und engagiert sich als Vorstandsvorsitzende der KFD St. Paulus Meppen. Von der KFD Haren-Emmeln waren unter anderem Barbara Schubert und Annette Schomaker gekommen. „Wir fühlen uns in jeder Hinsicht ungerecht behandelt.“

Kekse als Zeichen

Als weiteres gemeinsames Zeichen verteilten viele Frauen Kekse, bei denen eine große Ecke fehlte. Diese beschrieben ohne Worte die Beispiele des Bruttoverdienstes, die im Rahmen der mehrstündigen Veranstaltung vorgelesen wurden. Eine Großhandelskauffrau verdient demnach circa 2200 Euro brutto, Männer 500 Euro mehr. Noch deutlicher wurde der Unterschied bei den Bankkauffrauen, sie verdienen durchschnittlich 2900 Euro, die männlichen Angestellten knapp 3700 Euro. „Das muss sich ändern“, betonte Marlies Kohne.