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Landkreis will gegensteuern 24.923 Haushalte im Emsland ohne Internetanschluss

Von Hermann-Josef Mammes | 15.12.2015, 07:30 Uhr

Die Zahl der Haushalte, die im Emsland über keinen Internetzugang verfügen, ist in den vergangenen sechs Monaten um rund 2.500 geschrumpft. Wie Dezernent Michael Steffens in der Bürgermeisterdienstversammlung am Montag in Meppen sagte, gibt es jedoch bei 103.294 Haushalten immer noch 24.923 „weiße Flecken“.

Aber auch bei den angeschlossenen Gebäuden bestünden erhebliche Qualitätsdifferenzen. So verfügen zwar 78.371 Haushalte über einen Anschluss mit 30 Mbit/s, jedoch davon wiederum nur 62.809 über einen wirklich leistungsstarken Internet-Anschluss mit 50 Mbit/s und mehr.

Dabei sei die Versorgung sehr unterschiedlich. Besonders gravierende Defizite gibt es zum Beispiel in den Gemeinden Salzbergen und Rhede sowie den Samtgemeinden Spelle, Freren, Lengerich und Herzlake. Einen sehr guten Breitbandausbau vermelden hingegen die Städte Lingen und Papenburg.

Steffens verdeutlichte, dass das Emsland im Vergleich zu benachbarten Landkreisen wie Vechta oder Cloppenburg relativ gut dasteht.

Breitbandausbau

Sowohl Steffens als auch Landrat Reinhard Winter kritisierten die Schwierigkeiten und vor allen Dingen erheblichen Verzögerungen öffentlicher Förderprogramme für den Breitbandausbau.

So gebe es jetzt endlich eine Bundesbreitbandförderrichtlinie. Danach stehen für Deutschland insgesamt zwei Milliarden Euro parat. Zuschüsse erhalten Landkreise jedoch nur, wenn überall Anschlüsse mit einer Stärke von mindestens 50 Mbit/s vorgehalten werden. Die maximale Fördersumme pro Landkreis betrage zehn Millionen Euro.

Landes- und Bundesfördergelder

Das Land wiederum will lediglich 40 Millionen Euro für das gesamte Bundesland bei Förderhöchstsummen von drei Millionen Euro vorhalten. Zusätzlich gebe es noch ein Förderprogramm aus Hannover speziell für Gewerbegebiete von 5 Millionen Euro. Maximal stellt das Land pro Gewerbegebiet 200.000 Euro parat. Auch wenn die Antragsformulare des Landes noch nicht einmal gedruckt sind, will der Landkreis Emsland dieses Programm gezielt ausschöpfen. Laut Steffens will das Land 50 Prozent des Breitbandausbaus in einem Gewerbegebiet bezuschussen. Damit möglichst viele der 19 emsländischen Städte und Gemeinden von dem Förderszenario profitieren, will der Landkreis 25 Prozent beisteuern.

„Insgesamt wollen wir im kommenden Jahr hierfür 1,5 Millionen Euro vorhalten“, sagte Landrat Winter. Der Kreistag soll in seiner öffentlichen Sitzung am Montag, 21. Dezember, ab 15 Uhr im Meppener Kreishaus, hierüber entscheiden.

Ziel: Alle Haushalte anschließen

Davon unabhängig will die Kreisverwaltung jetzt für alle Haushalte im Emsland noch einmal überprüfen, mit welcher kostengünstigsten Lösung, ob Glas- oder Kupferleitung oder Funk, sich das jeweilige Gebäude anschließen lässt, damit auch die geforderten 50 Mbit/s erreicht werden. Ziel sei eine 100-prozentige Anschlussdichte.