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Kurs an der Marienhausschule Meppener Schüler zu Genussbotschaftern ausgebildet

Von PM. | 12.06.2018, 11:46 Uhr

An einem Samstagmorgen ist normalerweise an Schulen nicht viel los – anders in der Marienhausschule in Hier haben schon frühmorgens Fachlehrerin Annette Vogt und Lars Bülhoff, Ernährungswissenschaftler und Referent der Sarah Wiener Stiftung, die Vorbereitungen für die eintägige Fortbildung zur Genussbotschafterin getroffen.

Die Stiftung möchte mit diesen Fortbildungen erreichen, dass möglichst viele Multiplikatoren ausgebildet werden, die mit Kindern kochen und ihnen so praxisnah zeigen, was wir alles essen können und wie einfach leckere Mahlzeiten zubereitet werden können. Dabei verzichtet das Programm bewusst auf industriell vorbereitete Lebensmittel.

Das Ziel der Stiftung beschreibt Bülhoff: „Heranwachsende sollen frühestmöglich lernen, wie aus frischen Zutaten leckere Gerichte werden – und wie viel Spaß das Kochen macht. Sie können ihren Geschmack entdecken und lernen Essen zu genießen. Und: Die Kinder und Jugendlichen erfahren, wo das Essen auf ihren Tellern herkommt.“

Mit allen Sinnen

Mit allen Sinnen lernten die angehenden Erzieherinnen die verschiedenen Lebensmittel erst einmal kennen und erfuhren viel über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln und den geschickten Einsatz der Geräte. In der Theorie beschäftigten sich die Schüler mit den Fragen, was Genuss für sie bedeutet und was sie mit dem Begriff „Botschafterin“ verbinden. Außerdem erfuhren die Schüler, dass jedes zehntes Kind fehlernährt ist und die Fallzahlen im Bereich Diabetes Typ 2 bei Kindern in den vergangenen Jahren immer weiter ansteigen.

Sicherheit und Hygiene

Sicherheit und Hygiene in der Küche wurden zunächst besprochen und dann praktisch umgesetzt. Es ging ans Kochen und Zubereiten. Mit viel Spaß und Engagement wurde geschnibbelt, gekocht, püriert und verkostet. „Neben der Zubereitung gehört das gemeinsame Essen zu den wesentlichen Aufgaben einer Erzieherin oder eines Erziehers. Die Kinder kommen heute jünger in die Einrichtungen und bleiben oftmals länger, sodass gerade das Thema ausgewogene Ernährung einen zentralen Stellenwert in der Kita einnehmen sollte“, so Fachlehrerin Annette Vogt. In der Schulcaféteria konnten die Schülerinnen erleben, welche Bedeutung die Esskultur und ein ansprechend gedeckter Tisch für Mahlzeit haben.

Ganzheitliche Begleitung

Fachbereichsleiter Andreas Belle von der Marienhausschule war begeistert von dem Projekt: „Die Aufgabe von Erzieherinnen ist die ganzheitliche Begleitung von Kindern in ihrer Entwicklung. Das bedeutet, alle Bereiche der kindlichen Entwicklung, die Sozialisation und die Erziehung in den Blick zu nehmen und dazu gehört auch, dass wir als Ausbildungsinstitution unser eigenes Essverhalten, aber auch die Frühstücks- und Mittagssituation in den Einrichtungen in den Blick nehmen.“ Im Rahmen des optionalen Lernangebotes „Ernährung und Bewegung“ werden die an der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz erlernten Kompetenzen in der Fachschule Sozialpädagogik vertieft.