Ein Artikel der Redaktion

Kreistag entscheidet am 22. Dezember Comeback für das MEP-Kennzeichen?

Von Carola Alge | 15.12.2014, 16:59 Uhr

Gibt es ein Comeback für die ehemaligen Auto-Kennzeichen ASD, MEP und LIN im Emsland? Der Kreistag beschäftigt sich am 22. Dezember auf Antrag der UWG-Kreistagsfraktion mit dem Thema. Die Kreisverwaltung empfiehlt die Ablehnung des Antrages.

„Wir sind oftmals von verschiedenen Vereinen und auch Privatleuten angesprochen worden, im Wesentlichen jedoch aus der Szene der Youngtimer- bzw. der Oldtimerfahrer“, begründet UWG-Sprecher Günther Pletz den Antrag. In der Beschlussvorlage zu diesem Tagesordnungspunkt empfiehlt die Verwaltung dem Kreistag die Ablehnung des Antrages.

Die Wiedereinführung der alten Nummernschilder sieht der Landkreis Emsland kritisch. Es seien, erklärte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage unserer Redaktion , nur in wenigen Einzelfällen Wünsche aus der Bevölkerung bzw. der Oldtimer-Szene an den Landkreis Emsland herangetragen worden. Die würden eine Umstellung nicht rechtfertigen.

Weiterer Grund für die Haltung des Landkreises: 1977 wurden die drei Altkreise Meppen, Lingen, Aschendorf-Hümmling zum Landkreis Emsland zusammengeschlossen. „Das Kennzeichen EL, als für alle neues Kennzeichen, ist Ausdruck dieses wichtigen Zusammenschlusses, der damals umstritten war, heute aber voll akzeptiert ist – auch weil die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Emsland in der Vergangenheit so gut verlief und eine hohe Lebensqualität erreicht werden konnte.“ Hierbei sei auch zu berücksichtigen, dass die Kreisreform mittlerweile 37 Jahre zurückliegt. Das Kennzeichen sei somit Ausdruck der Verbundenheit und Identifikation der Bürger mit dem Landkreis Emsland.

273646 Zulassungen

Im Emsland sind zurzeit von insgesamt 273646 hier zugelassenen Fahrzeugen 1562 Fahrzeuge, darunter in der Hauptsache alte Trecker, (Wohn-)Anhänger sowie in geringerem Maß Oldtimer und Motorräder, mit den alten Kennzeichen ausgestattet. Davon entfallen 559 mit LIN auf Lingen, 444 mit MEP auf Meppen und 559 mit ASD auf den Altkreis Aschendorf-Hümmling. Damit seien 0,57 Prozent der Gesamtfahrzeuge im Landkreis Emsland mit historischen Kennzeichen versehen.

Seit dem 1. Dezember 2012 besteht die rechtliche Möglichkeit, die Zeichen der alten Landkreise im Emsland (LIN für Lingen, ASD für Aschendorf-Hümmling und MEP für Meppen) wiedereinzuführen. Das Land Niedersachsen hat dies den Landkreisen freigestellt. In Nordrhein-Westfalen, wo die gleiche Möglichkeit besteht, wird davon bereits rege Gebrauch gemacht. So können die Autofahrer im Kreis Steinfurt statt des ST auch das BF für Altkreis Steinfurt oder TE für Altkreis Tecklenburg als Autokennzeichen verwenden. Niedersachsen stimmte in der Konferenz der Verkehrsminister den Novellierungen zu, stellte allerdings Bedingungen auf: So dürften keine zusätzlichen Kosten entstehen. Außerdem müssten die Bürger die Wahl zwischen aktuellem und altem Kennzeichen haben – im Emsland also zwischen EL und den Nummernschildern der Altkreise ASD, MEP und LIN.

Auf der Facebook-Seite der Meppener Tagespost sprechen sich einige User dafür aus, das MEP-Kennzeichen wiedereinzuführen. Annette Egbers schreibt: „Ich würde ‚MEP‘ begrüßen.“ „MEP ist doch super; hätten die lassen sollen“, findet eine weitere Nutzerin. Auch Gerhard Sulmann favorisiert MEP statt EL. Christian Tebben dagegen würde bei EL bleiben. Das findet Nora Wildmann zwar okay, aber MEP wäre super. An die Motorradfahrer denkt Torsten Kruse: „MEP ist zu lang.“ Alex Müter fragt, warum man nicht zwischen EL und MEP wählen könne. Er werde allerdings trotzdem bei EL bleiben, „weil es sich, seitdem ich ein Auto besitze, bei mir eingeprägt hat“. Ein anderer User tendiert eher zu MEP. „In den ganzen Städten in NRW hat man ja auch kein RU für Ruhrgebiet oder so. Jede Stadt sollte ihr eigenes Kennzeichen haben“, schreibt er. Ein spezifiziertes Kennzeichen findet er „besser als ein allgemeines Kennzeichen für einen Landkreis oder ein Gebiet“.

Große Zustimmung

Die UWG verweist zur Begründung ihrer Forderung auf eine Studie im Auftrag der Hochschule Heidelberg von Ralf Bochert . Nach Befragungen in 211 deutschen Städten wollten bundesweit 72 Prozent der Bürger in den Städten, die durch ein Altkennzeichen repräsentiert werden, die alten Kennungen zurück. In Niedersachsen sei die Zustimmung im Bundesvergleich sogar überdurchschnittlich gewesen. Die wiedereingeführten Kennungen erfreuten sich überall großer Beliebtheit. Es wird davon ausgegangen, dass in einigen Jahren bundesweit etwa vier bis fünf Millionen Fahrzeuge wieder mit den alten Kennungen unterwegs sein werden.

Eine Wiedereinführung der früheren Altkreis-Kennzeichen entspreche dem „Wunsch vieler Menschen“. Die Städte erhielten ein Symbol zurück, „das durch die Abschaffung stigmatisiert worden ist. Das habe auch der Marke der Städte geschadet“, betont Bochert.

Weitere Nachrichten aus Meppen finden Sie unter www.noz.de/meppen 

Hier geht es zum Pro-Kommentar und hier finden Sie den Contra-Kommentar .