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Kooperation geschlossen Marianum Meppen und Caritas aktiv gegen Suchtgefahr

28.07.2014, 13:01 Uhr

kim Meppen. Um Süchten vorzubeugen, haben die Lehrer des Gymnasiums Marianum in Meppen beschlossen, mit Schülern frühzeitig ins Gespräch zu kommen. Mit dem emsländischen Caritasverband haben sie einen Kooperationsvertrag geschlossen, um gemeinsam Prävention zu leisten.

Über einen längeren Zeitraum führten Schulleitung und Beratungslehrer des Gymnasiums Marianum mit Vertretern des Caritasverbands für den Landkreis Emsland Gespräche, um ein Programm zu entwickeln, um Schüler zu sensibilisieren. Das Programm unterscheide sich von dem HaLT- Projekt (Hart am Limit) des Caritasverbandes an Schulen, da diese Kooperation individuell auf die Schule zugeschnitten sei. Sigrid Pinke, Beratungslehrerin am Marianum betont den Gestus des Erziehens, die Schüler zur Selbstbestimmung anzuleiten: „Wir möchten den Schülern das nicht mit dem erhobenen Zeigefinger näherzubringen.“

Es ist ein breit angelegtes Konzept, das die Schüler der Jahrgänge fünf bis elf stationsweise innerhalb ihrer Schulzeit begleitet: In der fünften Klasse werden die Eltern informiert, die Schüler durch Ich-Stärkung gegen Gruppenzwang gewappnet, im siebten Jahrgang bekommen die Eltern Informationen über die Gefahr des Alkohols, während die Schüler sich mit den Risiken des Alkoholkonsums auseinandersetzen. Schüler der neunten Klasse durchlaufen einen Beratungsparcours, in dem sie sich kritisch mit Alkohol und Drogen auseinandersetzen können. Begleitet werden die Schüler an den Stationen von Peers aus dem 11. Jahrgang, die für ihre Schulung ein Zertifikat bekommen. Marion Feldmann, Leiterin der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation des Caritasverbandes beschreibt die Vorteile: „Die Schüler nehmen das von Gleichaltrigen eher an und auch für das Selbstwertgefühl der Peers ist es von Bedeutung, wenn sie auf einmal merken, dass eine Schülergruppe ihnen aufmerksam zuhört.“

In der zehnten Klasse steht für die Schüler die Auseinandersetzung mit den Gefahren von Glücksspielen auf dem Plan. „Wir sind anerkannte Beratungsstelle für Glücksspielsucht und wir stellen fest, dass der Bedarf zunimmt. Online-Poker und Sportwetten sind zunehmend ein Thema für Jugendliche“, macht Caritas-Geschäftsführer Marcus Drees deutlich und verweist auf die Spielhallendichte in Meppen, die in Niedersachsen den zweiten Platz einnehme. Der stellvertretende Schulleiter Johannes Burrichter meint, bereits das Spielen mit dem Smartphone lasse Jugendliche die Grenzen schnell überschreiten.

Die Fachambulanz für Suchtprävention steht der Schule in akuten Fällen zur Seite, um zeitnah Gespräche mit Schülern und Eltern zu führen. „Wenn jemand beispielsweise auf einer Klassenfahrt auffällig wird, besteht die Möglichkeit uns anzurufen, damit wir mit den Betroffenen Gespräche führen können. Auch die Eltern sind in dem Moment oft mit ihren Emotionen überfordert – deshalb sind wir da, um das aufzufangen“, erläutert Projektbeauftragte der Caritas, Friederike Lindgen.

„Wir bringen unsere Erfahrungen mit, aber wir sind froh, dass wir das mit Ihrer Fachkompetenz bündeln können. Sie haben das Hintergrundwissen aus der Wissenschaft“, begründet Burrichter die Zusammenarbeit. Für Suchtfragen haben die Schüler nun stets den gleichen Ansprechpartner, was die Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme niedriger halte, so Feldmann.

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