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Kommentar zur Fällaktion Schwieriger Abwägungsprozess um jeden Meppener Baum

Meinung – Hermann-Josef Mammes | 02.06.2016, 16:08 Uhr

Bäume prägen das Bild einer Stadt maßgeblich mit. Sie bringen sprichwörtlich Farbe in den grauen Straßenalltag. Gleichwohl sind sie manchem eine Last. Es beginnt mit dem Pollenflug im Frühjahr und endet beim Blätterfegen im Herbst. Selbst ihr Schatten nicht überall erwünscht. In Meppen gibt es Streit um das Fällen von Straßenbäumen.

Doch dürfen diese Motive sicherlich nicht gleich das Ende eines Baumes bedeuten. Gleichwohl kann die Stadtverwaltung im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht das Fällen anordnen. Dann muss aber eine akute Gefährdungssituation vorliegen. Dies ist in der Nordstraße nicht der Fall.

Insofern ist das Vorgehen der Politik richtig, zuerst einmal jeden Baum einzeln zu betrachten. Ein generelles Abholzen in einer Straße darf es nicht geben. Gleichwohl darf das Fällen kein absolutes Tabuthema sein. So sollte das Wurzelwerk eines Straßenbaums ein angrenzendes Privatgrundstück auch nicht zu sehr beeinträchtigen. Dieser Entscheidung sollte immer erst eine Einzelbetrachtung vorausgegangen sein.

Beim Abwägungsprozess sind bei jedem großen Baum die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu berücksichtigen. Auch in Meppener Bäume sind die grüne Lunge der Stadt. Eine 100-jährige Buche setzt pro Stunde 1,7 Kilogramm Sauerstoff frei. Das entspricht der Menge, die 50 Menschen in einer Stunde zum Atmen benötigen. Meppen braucht gerade in der Kernstadt möglichst viele potente Sauerstoffspender.