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Keine schnelle Abhilfe Probleme mit dem Regenwasser in Meppen-Bokeloh

Von Manfred Fickers | 11.06.2018, 18:40 Uhr

Von den Folgen der starken Regenfälle am 1. Juni waren Teile von Bokeloh besonders betroffen. Bei der Stadt Meppen ist das Problem bekannt, aber aus einer Reihe von Gründen ist eine kurzfristige Problemlösung nicht möglich.

Besonders betroffen vom Unwetter am Freitag, 1. Juni, waren die Wohngebiete an der Römerstraße in Bokeloh. Am Hagebuttenweg stand das Wasser einen halben Meter hoch auf der Fahrbahn und lief auf die Grundstücke. Es waren in einzelnen Fällen ganze Gärten überschwemmt, Wasser lief in Keller und Garagen. Anwohner berichtete, dass solche Überschwemmungen stets nach starken Regenfällen auftreten, aber an diesem Tag war es extrem.

Das Problem ist der Stadtverwaltung schon seit einiger Zeit bekannt, bestätigen Volker Arents und Michael Bruns vom Fachbereich Tiefbau im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber es kann nur durch umfangreiche Veränderungen nachhaltig gelöst werden. Daher wird seit 2004 an der Erstellung und Umsetzung eines Generalentwässerungsplans für die Stadt gearbeitet, erklärte Arents.

Den Vorgaben des Stadtrats entsprechend ist zuerst das Gebiet des am stärksten gefährdeten Stadtteils Esterfeld bearbeitet worden. Auffällig ist dies durch die 2005 erweiterten Regenwassersammler an der Goetheallee und das modernisierte Schöpfwerk an der Grabbestraße. Es folgten Arbeiten in den Stadtgebieten Kuhweide, Nödike und Innenstadt. Es sei nach einer Bestandsaufnahme jeweils ein umfangreiches Bündel von Aufgaben abzuarbeiten. Aktuell werde an einer Lösung für den Bereich Exter Düne in Nödike gearbeitet. Das Prinzip sei, den Regenwasseranfall möglichst durch Versickerung zu bewältigen, wenn dies nicht möglich ist, durch Ableitung in Vorfluter.

In den zur Stadt eingemeindeten Dörfern gibt es keine Regenwasserkanalisation. Hier komme der Versickerung große Bedeutung zu, erklärte Arents. In Teilen von Bokeloh wurden bereits Verbesserungen erreicht, aber nicht im größeren Teil der Wohnsiedlung an der Römerstraße. Hier liege das Problem im fehlenden Endausbau der Straßen. Dieser sei die einzige nachhaltige Lösung, allerdings müssten die Grundbesitzer den Bau mitfinanzieren.

Versickerung

Michael Bruns skizzierte, wie eine Lösung aussehen könnte. Im Straßenseitenraum müssten Sickermulden und Sickerkästen angelegt werden. Als Vorbild nannte Arents die Pappelallee in Versen. Aber auch die Anlieger selbst stehen in der Verantwortung. Denn das Baurecht schreibe vor, dass die Besitzer die auf ihren Grundstücken anfallenden Regenmengen möglichst der Versickerung zuführen sollen. Über die Anlage von Sickermulden und Sickerschächten, sowie Dränrinnen an den Zufahrten sei dies bei Wohnhäusern mit Gärten möglich. Kritisch sehen die beiden Fachleute den Trend zur Versiegelung großer Flächen durch Pflasterung und die modern gewordenen Schotterbeete mit undurchlässiger Folie darunter. Dies verschärfe das Problem mit dem Regenwasser.

Und es gibt Grenzen des Machbaren. So wurde an jenem Freitag bei der Meßstelle an der Kläranlage Meppen ein Niederschlag von 50 Litern pro Quadratmeter gemessen. Statistisch betrachtet sei dies eine eher selten zu erwartende Menge. „Solche Extreme können wir nicht abdecken“, betonte Arents. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Meppen meldete mehr als 80 Einsätze, auch aus Stadtteilen, wo es bereits Verbesserungen der Regenwasserableitung gibt.