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Jahreshauptversammlung Kinderschutzbund Meppen beklagt steigenden Beratungsbedarf

Von Adelheid Schmitz | 08.06.2018, 11:55 Uhr

Im mittleren und nördlichen Emsland besteht weiterhin großer Bedarf nach Beratung, Aufklärung und Hilfsangeboten. Julia Siebert, Leiterin der Beratungsstelle bei „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ hat den Tätigkeitsbericht 2017 des Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Emsland-Mitte vorgestellt.

Während der Jahreshauptversammlung erinnerte Bernd Kuckuck, Vorsitzender des Meppener Kinderschutzbundes, an den in Osnabrück verstorbenen Säugling, der zuvor lebensgefährlich verletzt wurde. Er sagte: „Es geht nicht um Personen im dunklen Busch. Oft betrifft es den erweiterten Familienbereich.“

Der Bericht der Beratungsstelle zeigte, dass sowohl männliche als auch weibliche Kinder und Jugendliche von Gewalt betroffen sind. Bei der am stärksten betroffenen Gruppe, den Sechs- bis Zehnjährigen, überwog 2017 der Anteil der Mädchen. Jungen waren häufiger in der Altersspanne zwischen elf und 14 Jahren vertreten.

2017 gab es 217 Beratungsfälle im mittleren und nördlichen Emsland, neun Anfragen mehr als im Jahr zuvor, daraus entstanden insgesamt 1200 Beratungskontakte.

Sexueller Missbrauch

Obwohl es sich inhaltlich immer um das Problem „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ handelt, können verschiedene Bereiche unterschieden werden, berichtete Julia Siebert. In der Meldestatistik steht der Bereich „Sexueller Kindesmissbrauch“ mit 52 Beratungen weiterhin an erster Stelle, gefolgt von 35 Meldungen im Bereich „sexuelle Übergriffe unter Kindern“ und 24 Anfragen im Bereich „häusliche Gewalt“.

2017 gab es 24 Fallanfragen zu Mobbing/Cyber-Mobbing und 13 Beratungen wegen emotionaler Vernachlässigung.

Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit

Bei den 217 Beratungsfällen handelte es sich zum größten Teil um gebürtige Deutsche (172), 21 Personen hatten einen Migrationshintergrund, der Rest machte keine Angaben. 82 Personen kamen aus der Stadt Meppen, 93 Klienten aus dem übrigen Altkreis Meppen, 19 Anfragen aus dem Altkreis Aschendorf und sechs Kontakte aus dem Altkreis Lingen.

Deutlich mehr Veranstaltungen wurden 2017 im Rahmen der Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. 2016 waren es noch 84, für 2017 konnte Siebert von 124 Veranstaltungen berichten, mit denen über 2350 Interessierte, überwiegend Kinder und Jugendliche, erreicht wurden.

Vorstand bestätigt

Bei den Vorstandswahlen, die alle zwei Jahre stattfinden, wurden die Mitglieder bestätigt. Kuckuck bedankte sich bei den 175 Mitgliedern, Spendern und Sponsoren für die notwendige finanzielle Hilfe.

Kuckuck sagte: „Dieses Jubiläum werden wir mit geladenen Gästen, Würdigungen und einem bunten Angebot für Kinder im nächsten Jahr, am 22. Juni gebührend feiern.“