Ein Artikel der Redaktion

Instrumental nicht ganz stimmig Wolga Kosaken überzeugen in Haren mit Sangeskraft

Von Gerd Mecklenborg | 06.02.2017, 12:52 Uhr

In die etwa zur Hälfte gefüllten St. Martinus Kirche Haren haben die berühmten Wolga Kosaken, allerdings in ihrer kleinsten Besetzung, musikalisch die russische Seele gebracht.

Die vier Kosaken Marian Majewski, Wasyl Romanow, Alexander Petrow und Bohdan Wloch gehören zu den reiferen Semestern dieses Musikgenres, gleichwohl ist ihre Sangeskraft ungebrochen. Einige Konzertbesucher zeigten sich über die reduzierte Ensemblegröße leicht verwundert. „Konzertreisen in größerer Formation sind für uns vom Aufwand her, aber auch ökonomisch, zurzeit schlecht realisierbar“, erläuterte der musikalische Leiter Alexander Petrow am Rande des Auftritts.

Volltönend

Volltönend und sehr harmonisch breitete sich der Gesang der Kosaken beim russische orthodoxen „Slava Tebic Gospodi“ im hallenden Kirchenschiff zum Auftakt des Konzertes aus. Tenor Bohdan Wloch umschmeichelte mit hoher Kopfstimme den kräftigen Tenorgesang vom charismatischen 82-jährigen Marian Majewski, dessen Stimmvolumen alle Akzente -vom feinsten Pianissimo bis hin zum mächtigen Forte- umfasst. Abgerundet wurde der stimmige A-cappella-Chorgesang von Wasyl Romanow und Alexander Petrow mit sicheren tiefen Bassstimmen.

Rhythmisches Zusammenspiel

Die vier Sänger erhöhten den Genuss der orthodoxen und volkstümlichen Gesänge mit den typischen Instrumenten der russischen Folklore. Leider waren Dombra, Balalaikas und Gitarre nicht immer exakt aufeinander eingestimmt. Und die brillanten Sänger hatten hin und wieder zudem leichte Probleme im rhythmischen Zusammenspiel bei den schnellen folkloristischen Instrumentalstücken, etwa bei der volkstümlichen, flotten „Schlittenfahrt im Mondschein“. Wunderschön und perfekt dagegen die gesanglichen Darbietungen des Quartetts . „Ich bete an die Macht der Liebe“, das komplexe und ausdrucksvolle variierende Halleluja bei „Blasen Musch“ und ganz besonders das Gänsehaut erzeugende „Einsame Glöckchen“ gehörten zu den Höhepunkten des Konzertabends im „Emsland-Dom“ . Instrumental wurde „das Flüsschen“ zum Fließen gebracht und mit „Wjetschernij Dzwon“ erklangen feierlich die Abendglocken.

Typische Mischung

Die für Kosakenchören typische Mischung aus zum Großteil a cappella intonierten geistlichen Gesängen mit Abstechern in die russische Folklore wurde von den vier Wolga Kosaken in ursprünglicher unverfälschter Form dargeboten, was den besonderen Charme des musikalischen Vortrages ausmachte. Das galt auch für die weltberühmte Kalinkamelodie, die natürlich zum Abschluss nicht fehlen durfte. Mit zwei ergreifenden a cappella Zugaben klang der Abend feierlich aus.

Mit den typischen Instrumenten der russischen Folklore traten die Wolga Kosaken in kleiner Besetzung in Haren auf.