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Im Brunnenwasser Überhöhte Nitratwerte in Meppen und Geeste festgestellt

Von PM. | 10.07.2014, 23:00 Uhr

Eine starke Belastung des Wassers aus privaten Brunnen im mittleren Emsland mit gesundheitsschädlichen Nitraten hat der Verein VSR-Gewässerschutz bei Untersuchungen festgestellt.

137 Milligramm Nitrat pro Liter fanden Mitglieder des Vereins bei ihren Messungen im Mai in einem privat genutzten Brunnen in Rühle. Beri einer Probe aus der Meppener Neustadt waren es 117 Milligramm pro Liter (mg/l) und einer aus Dalum 138 mg/l fest. Nicht nur, dass das Wasser bei so starker Belastung nicht mehr zum Trinken geeignet ist, beim Bewässern im Garten kann es auch zur Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten kommen. Insgesamt wurde bei der Untersuchung das Wasser aus 47 privat genutzten Brunnen im Raum Meppen - Geeste analysiert. In jeder achten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Schwellenwertes der deutschen Grundwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Diesen Wert sollte das Grundwasser in der Europäischen Union immer einhalten, um eine kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicherstellen zu können. Das mit Nitraten belastete Grundwasser sickert den Bächen in der Region zu und fließt dann über die Ems zur Nordsee. Dort wirkt das Nitrat als Dünger und fördert das Algenwachstum.

Die Nitratauswaschung ins Grundwasser steigt an je größer die Menge an Gülle aus der Tierhaltung, der Gärreste aus den Biogasanlagen oder auch aus dem zugekauften mineralischen Düngemittel sind, die auf den Feldern ausgebracht werden. „Während die Landwirte in Trinkwasserschutzgebieten Informationen über die Nitratkonzentrationen des Grundwassers im Einzugsbereich ihrer Felder bekommen, fehlt diese Angabe außerhalb dieser Gebiete.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Um die Notwendigkeit an einer Änderung der Düngerausbringung zu sehen, brauchen die Landwirte Messwerte. Der VSR-Gewässerschutz möchte diese Informationslücke schließen. Daher sind die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen beim Nitrat seit 1984 auf http:// www.vsr-gewässerschutz.de/44.htm l dargestellt. Einen Überblick liefert die Nitratkarte der Gewässerschützer. Einen guten Überblick liefert auch die aktuelle Nitratkarte der Gewässerschützer http:// www.vsr-gewässerschutz.de/15.html . Die Umweltschützer werden weitere Messungen durchführen. Brunnennutzer, die sich beteiligen möchten, erreichen die Gewässerschützer immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr, Tel.: 02831/976523.

Der VSR-Gewässerschutz fordert eine Änderung der Düngerverordnung zum Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer. Begrüßt wird, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen auch ohne staatliche Unterstützung Maßnahmen zur Verringerung der Stickstoffverluste durchführen. Sie gehen dabei über den aktuellen gesetzlich vorgegebenen Rahmen hinaus. „Die gesamten Möglichkeiten die Gülle durch bessere Ausbringungstechniken oder Zusatz von Stickstoffstabilisatoren besser pflanzenverfügbar zu machen bringen letztendlich aber nur Nutzen, wenn der geringere Verlust auch bei der Höhe der gesamten Stickstoffausbringung beachtet wird.“ sagt Bareiß-Gülzow.