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Glühweinbuden schwer erreichbar Meppener Weihnachtsmarkt annähernd barrierefrei

Von PM. | 06.12.2015, 20:00 Uhr

Ein Besuch des Meppener Weihnachtsmarktes gehört auch in diesem Jahr wieder für viele Bürger zu den Selbstverständlichkeiten in der Vorweihnachtszeit. Doch ist der beliebte Bummel durch die festlich geschmückte Innenstadt mit ihren Verkaufsbuden und Glühweinständen auch für Menschen mit einer Behinderung problemlos möglich? Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat dies gemeinsam mit Walter Teckert, dem städtischen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen, getestet.

Und die Tester stellen Meppen ein gutes Zeugnis aus, das mit Hilfe einer vom SoVD-Landesverband Niedersachsen entwickelten Checkliste entstanden ist. Von den zwölf Fragen zur Barrierefreiheit auf der Checkliste konnten neun positiv beantwortet werden. So ist die Erreichbarkeit des Weihnachtsmarktes durch nahe gelegene Parkplätze für Menschen mit Behinderungen und durch barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel gewährleistet.

Ebenso vorhanden sind Behindertentoiletten in der unmittelbaren Umgebung. Durch die Sanierung der Innenstadt sind auch die Wege problemlos für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit einer Gehbehinderung benutzbar. „Hier hat sich schon viel getan“, hob die zweite SoVD-Kreisvorsitzende Christel Wekenborg in einer Pressemitteilung lobend hervor. Wekenborg hatte gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsverbands Meppen den Check durchgeführt.

Als störend erwiesen sich allerdings einige nur unzureichend abgedeckte Kabelstränge. An einem Weg zwischen Imbissstand und Eislaufbahn sind die Kabel zwar mit zwei gut sichtbaren Abdeckungen überdeckt. Für den Rollstuhlfahrer Franz Schniers gab es hier dennoch Probleme bei der Überquerung, da die Abdeckungen zu eng zusammenliegen. „Eine einteilige Abdeckung wäre an dieser Stelle wesentlicher sicherer“, urteilte Schniers.

Bei der weiteren Begehung wurden die oft nur halbherzig vorgenommenen Kabelabdeckungen durch Gummimatten bemängelt. „Das birgt besonders für Menschen eine erhebliche Sturzgefahr, die auf Gehhilfen angewiesen sind“, mahnte Gabriele Szczupacki, die mit ihrem Rollator zur Sicherheit einen Umweg um ein Kabel machte. Nachbesserungsbedarf sieht der SoVD bei den vielen Glühweinständen. Diese sind für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar, weil keine Rampen vorhanden sind.

Auch Sitzplätze für ältere oder gehbehinderte Menschen fehlen weitgehend. „Wenn einige Glühweinstände mit Rampen ausgestattet werden können und Kabel ausreichend abgedeckt sind, wäre der Weihnachtsmarkt vollständig barrierefrei. Dies ist mit wenig Aufwand zu korrigieren“, meinte Otto Liesen, der die Aktion als erster Vorsitzende des Meppener SoVD-Ortsverbands gemeinsam mit weiteren SoVD-Mitgliedern begleitet hatte.

Walter Teckert sagte: „Die angemerkten Kritikpunkte werde ich in Angriff nehmen und an entsprechender Stelle zur Sprache bringen. Ich bin sicher, dass wir hier etwas machen können.“