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Glaspulver für kunstvolle Objekte Keramikworkshop mit Heide Nonnenmacher am Kunstzentrum Koppelschleuse Meppen

Von Iris Kroehnert | 15.09.2011, 08:36 Uhr

Am Kunstzentrum Koppelschleuse Meppen ist gerade der Keramikworkshop mit der bekannten Künstlerin Heide Nonnenmacher aus Nattheim in Baden-Württemberg zu Ende gegangen. Organisiert hatte die Veranstaltung die Meppener Keramikerin Marita Stoschek. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland und den Niederlanden.

„Sowohl die Sommerakademie der Bildhauer als auch unsere jährlichen Keramikworkshops ziehen jedes Jahr mehr Interessenten an“, berichtet Marita Stoschek vom Kunstverein. „Wir achten darauf, dass wir interessante Künstler als Dozenten bekommen, um qualitativ hochwertige Kurse anbieten zu können“, verrät sie das Konzept.

Beim jüngsten Workshop lautete das Thema „Arbeiten mit Pâte de verre“. Der französische Ausdruck bedeutet ins Deutsche übersetzt „Glaspaste“. Dahinter versteckt sich ein Glasguss, der später im Ofen bei einem komplizierten Verfahren gebrannt wird. Heide Nonnenmacher zeigt als Beispiel hauchzarte Gläser, wie sie gern in der Zeit des Jugendstils verwendet wurden.

Bevor es allerdings an die Arbeit mit der Glaspaste geht, muss eine Gussform, zum Beispiel aus Gips oder Schamott erstellt werden, in die später die Glaspaste gestrichen wird. Diese besteht aus Glaspulver, das zu einer Paste angerührt wird und der Farbpulver zugefügt werden kann.

Die ausgestrichene Gipsform wird im Keramikbrennofen bei 750 bis 880 Grad gebrannt. „Wichtig ist, dass die Arbeiten mit Pâte de verre extrem langsam auskühlen müssen“, erklärt Marita Stoschek. Im Anschluss wird die Gipsform mit heißem Wasser entfernt. Als Ergebnis zeigen sich dann hauchdünne Schalen und Objekte etwa in der Stärke eines Weinglases.

Der Glasguss wird gerne in Verbindung mit anderen Materialen eingesetzt. Zum Beispiel ist Pâte de verre kompatibel mit Draht, wie Nonnenmacher zeigt. Sie kombiniert noch lieber die gegensätzlichen Materialien Ton und Glas, um spannungsreiche Objekte zu erzeugen.