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Gläserne Stele zum Gedenken Eingang zum jüdischen Friedhof Meppen neu gestaltet

Von Manfred Fickers | 15.07.2014, 19:00 Uhr

Mit dem Aufstellen einer Gedenkstele wird die Neugestaltung des Eingangs zum Jüdischen Friedhof Meppen am Freitag, 25. Juli, vollendet.

Wo vor zwei Jahren noch ein Zaun mit einem Tor in einer Gestaltung zu sehen war, die eher zu einem Industriegelände passte, gibt es jetzt ein nach historischen Vorbildern gestaltetes Tor und Gitter, die den seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Friedhof zur Straße hin abgrenzen. Daneben findet sich eine neue Informationstafel. Als Abschluss der Neugestaltung soll die vom Künstler Mario Haunhorst entworfene Stele mit den Namen von 43 Menschen aufgestellt werden, die in Meppen geboren sind oder eine Zeit lang hier gelebt haben und in der Zeit von 1933 bis 1945 umgebracht wurden.

Die Neugestaltung des Friedhofseingangs haben der 2006 entstandenen Initiativkreis Stolpersteine Meppen und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen betrieben. In einem Schülerwettbewerb an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Meppen wurde 2013 das neue Friedhofsportal entworfen. Die Errichtung übernahmen unterschiedliche Fachrichtungen der BBS, wobei es Unterstützung von der Stadt Meppen und dem Landesamt für Denkmalpflege gab. Finanziert wurde das Projekt aus Spenden und vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden.

Als der Initiativkreis seine Spendenaktion startete und dabei den Wunsch äußerte, eine Gedenkstele zu errichten, reagierte der durch seine Glaskunstwerke bekannte Mario Haunhorst und produzierte zwei Entwürfe. Einer dieser Entwürfe ist in Abstimmung zwischen dem Künstler, dem Initiativkreis und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in überarbeiteter Form verwirklicht worden.

Der Initiativkreis hat die vom Ehepaar Focken gesammelten Daten zum Schicksal der Meppener Juden zwischen 1933 und 1945 anhand von Dokumenten, Veröffentlichungen und im Kontakt zu Angehörigen derjenigen, die aus Deutschland vertrieben wurden, ergänzt und die Ergebnisse 2009 in einer Broschüre vorgestellt. Außerdem sind vom Künstler Gunter Demnig in Meppen Stolpersteine verlegt worden.