Ein Artikel der Redaktion

Schmerzensgeld für ein Kind Gericht in Meppen urteilt über Einbruchsversuch in Werlte

Von David Hartmann | 21.08.2019, 16:48 Uhr

Ein 24-jähriger Mann aus Lindern musste sich wegen versuchten Einbruchdiebstahls vor dem Schöffengericht des Meppener Amtsgerichts verantworten. Das Verfahren gegen den Einzelhandelskaufmann wurde eingestellt.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen im Juni des vergangenen Jahres in der Mittagszeit versucht zu haben mit einer weiteren unbekannten Person, in ein Wohnhaus und eine Gartenhütte in Werlte einbrechen. Zunächst warf der Angeklagte mit der weiteren unbekannten Person Kieselsteine gegen das Wohnhaus und versuchte anschließend vergeblich Einfluss auf ein Kind zu nehmen, das durch den Lärm aufmerksam geworden, aus dem Fenster sah. Daraufhin überwanden der Angeklagte und die unbekannte Person den Gartenzaun des Wohnhauses und versuchten ebenfalls vergeblich mit Gartenstühlen die Terrassentür aufzuschlagen. Im Anschluss daran sollen die Beiden noch die Glaselemente der Zugangstür zu einer hölzernen Gartenhütte eingeschlagen haben.

Gleich zu Beginn des Verfahrens bat der 24-jährige in aller Förmlichkeit bei der Zeugin um Entschuldigung und versprach für die entstandenen Schäden bei dem ihm sichtlich unangenehmen Vorfall aufzukommen. Der Angeklagte selbst konnte keine Stellungnahme zu dem versuchten Einbruchsdiebstahl nehmen, da er laut eigener Aussage einen Filmriss über den Zeitraum von dem Abend vor der Tat bis zum Tag nach der Tat habe.

Diese Behauptung stütze der vorliegende Polizeibericht, der ergab, dass eine Blutentnahme eine Blutalkoholkonzentration von 2,85 Promille, sowie Spuren von Kokain beim 24-jährigen festgestellt hat. Der Staatsanwalt und der Verteidiger des Angeklagten plädierten beide auf eine Einstellung des Verfahrens und eine Zahlung von Schmerzensgeld, an die minderjährige Bewohnerin des Hauses, die nach Aussage der Mutter keine ernsthaften psychischen Folgen durch den Vorfall erlitten habe. Das Schöffengericht des Meppener Amtsgerichts schloss sich diesem Vorschlag an und stellt das Verfahren gegen eine Zahlung von 500 Euro Schmerzensgeld an die Zwölfjährige ein.