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EM 2016 in Frankreich Späte Fußball-Spiele: Dürfen Schüler in der Region ausschlafen?

Von Julia Mausch | 10.06.2016, 18:19 Uhr

Ausschlafen nach einem langen Fußball-Abend während der Europmeisterschaft in Frankreich? Für die Schüler in der Region wird das wohl nur ein Traum bleiben. Eine Umfrage unserer Zeitung ergab, dass bei Übermüdung zwar ein Auge zugedrückt wird, ein Fernbleiben oder später Kommen aber nicht akzeptiert wird.

Ausschlafen nach langen Fußballabenden? In Baden-Württemberg dürfen die Schulen entscheiden, ob sie ihren Schülern das zur EM ermöglichen wollen. Viele Schüler könnten gerade bei Deutschland-Spielen bis in die Nacht vor dem Fernseher sitzen und dann am nächsten Morgen entsprechend müde seien. Möglich sei das die Verlegung von Unterrichtsstunden, hieß es am Freitag vom Ministerium. Ähnlich sieht es in Niedersachsen aus. Auf Nachfrage beim Kultusministerium in Hannover, sagte Sprecher Sebastian Schumacher: „Die Entscheidung fällt in die Verantwortung der Schulleitungen. Da mischen wir uns weder ein, noch sprechen wir Empfehlungen aus.“ ( Weiterlesen: Wie wird das Wetter zur EM )

Allgemeine Schulpflicht gilt auch bei der EM

Die Schulleiter in der Region haben eine klare Meinung, ob und wann die Schüler nach einem Deutschlandspiel später zum Unterricht erscheinen dürfen: gar nicht. Eine Umfrage bei verschiedenen Gymnasium ergab, dass keine Ausnahmen gemacht werden. Pünktlichkeit gilt also auch während der EM. Immer wieder wurde sich auf die Allgemeine Schulpflicht bezogen. So auch an der Europaschule Gymnasium Papenburg, wie Schulleiter Norbert Lamkemeyer auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilt. Schüler müssen, auch wenn sie womöglich etwas müde sein werden, am darauffolgenden Tag pünktlich zum Unterricht erscheinen. ( Weiterlesen: TV-Planer zur EM für den 10. Juni 2016 )

Bei Müdigkeit wird ein Auge zugedrückt

Übermüdete Schüler, das kennt man auch in Papenburg – auch unabhängig von späten EM-Spielen. Man drücke häufiger mal ein Auge zu, heißt es seitens des Mariengymnasium in Papenburg. Dass die Schüler jedoch fern bleiben vom Unterricht oder erst später in der Schule erscheinen, wenn die deutsche Mannschaft am Abend zuvor in Frankreich antreten musste, wird in Papenburg ebenso wenig akzeptiert, wie auch beim Gymnasium Georgianum in Lingen sowie dem Marianum in Meppen. Bei der letztgenannten Schule wurde bisher nicht darüber nachgedacht, eine besondere Regelung während der Europameisterschaft einzuführen, „schließlich beginnen die Spiele nicht erst um Mitternacht, und eine Zeitverschiebung gibt es ja auch nicht.“

Problem: „organisatorische Hürden“

Ähnlich sah man es in der Region bereits 2014, als die Weltmeisterschaft in Brasilien war. Schon damals wurde keine Ausnahme für die Schüler gemacht. Als Grund wurden unter anderem „organisatorische Hürden“ genannt. „So müssten wir in Meppen schon eine einheitliche Regelung für alle weiterführenden Schulen finden und gleichzeitig den Träger der Schülerbeförderung mit in die Planungen einbeziehen“, sagte Georg Jansen, Leiter der Meppener Johannesschule, damals. ( Weiterlesen: Späte Schule zur WM? – „Ein irrer Vorschlag“ )