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Extra-Investition von 1,4 Millionen Euro Meppener Rat gibt grünes Licht für weiteren Stadionumbau

Von Tim Gallandi | 15.09.2017, 21:45 Uhr

In Meppen ist der Weg frei für die weitere Modernisierung der Hänsch-Arena. Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat einer außerplanmäßigen Ausgabe in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro zugestimmt, durch die die Heimstätte des SV Meppen unter anderem eine neue Nordtribüne erhält. Die Hälfte der Kosten will der Landkreis Emsland übernehmen.

Landrat Reinhard Winter und Bürgermeister Helmut Knurbein hatten das Vorhaben bereits in der Vorwoche öffentlich erläutert ( wir berichteten). Beide wiesen darauf hin, dass die Sanierungen und Ergänzungen im und am städtischen Stadion vielfach unumgänglich seien, da der Verein mit dem Aufstieg in die Dritte Liga den Auflagen des DFB, der Polizei und der Versammlungsstättenverordnung nachkommen müsse.

Fachbereichsleiter Christian Golkowski stellte nun dem Rat die einzelnen Schritte vor. Den größten Posten bildet mit 470.000 Euro die Sanierung und Begradigung der Nordkurve, auch bekannt als Jahntribüne. Eine Erneuerung sei zwingend erforderlich; bei dieser Gelegenheit solle die Tribüne auch gleich begradigt werden, wodurch man „von einem reinen, attraktiven Fußballstadion, das auch für sonstige Veranstaltungen sehr gut nutzbar ist“, profitieren würde.

Flutlicht-Sanierung

Unumgänglich ist demnach die Sanierung der Fluchtlichtanlage, wobei die Masten bleiben können, aber die Leuchten ausgetauscht werden müssen. Notwendig seien ferner:


  • Beleuchtung des Gästeparkplatzes und des Weges dorthin
  • Einhausung der Einsatzleitung von Feuerwehr und DRK
  • Erweiterung der Parkfläche hinter der alten Tribüne (als Stellplätze für Rettungskräfte und TV-Teams)
  • Kauf der bislang nur gemieteten Toilettencontainer
  • Zaunarbeiten am Gästeblock
  • Erneuerung der Schließanlage/ elektronischen Zugangskontrolle
  • Installation von Ballfangzäunen

Zudem müsse all das durch Sachverständige abgenommen werden. Vorgesehen ist zudem die Einrichtung von Toiletten an den Trainingsplätzen am ehemaligen Bekleidungslager.

Extra-Einsparungen

Insgesamt kosten die Vorhaben 1,398 Millionen Euro. Gedeckt werden sie nach Verwaltungsangaben aus voraussichtlichen Extra-Einsparungen wegen der geplanten Senkung der Kreisumlage um zwei Prozentpunkte. Auch hat der Landkreis Emsland signalisiert, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen.

 (Lesen Sie auch: Zwei Millionen Euro für Meppens Stadion: Was wird gemacht?) 

„Der Ausbau ist generell richtig und notwendig“, urteilte Martin Tecklenburg (Grüne). Der Umbau der Nordtribüne trage dazu bei, dass Meppen „einen Ort für andere große Events“ erhalte. Gerd Gels (CDU) erklärte, über die Begradigung der Kurve lasse sich diskutieren, doch der Vorschlag, hier etwas Langfristiges zu schaffen, sei sinnvoll. Andrea Kötter (SPD) stellte die gute finanzielle Situation von Stadt und Kreis heraus, wodurch die Ausgaben nicht zulasten anderer Bereiche gingen. Dennoch sagte sie: „Ich hoffe, dass bald ein Ende der Investitionen erreicht ist.“

Andere Vereine nicht vergessen

Kötters Fraktionskollege Dirk Keller stimmte als einziger Ratsabgeordneter gegen das Vorhabenpaket. Er könne sich über die sportlichen Erfolge des SV Meppen freuen, „aber nicht über die Steuergelder, die für den Stadionausbau nötig sind“. Keller hatte bereits im Juni gegen die außerplanmäßige Aufwendung von 1,96 Millionen Euro für den laufenden ersten Teil der Modernisierung votiert.

Der SPD-Ratsherr verwies darauf, dass der Einbau einer Rasenheizung 2018 (sofern der SVM die Klasse hält) einen weiteren sechsstelligen Betrag kosten werde. Die anderen Vereine dürften nicht vergessen werden – ein Argument, das ebenso Hubert Höning (UWG) und Klaus Bandowski (SPD) äußerten. Höning forderte, man müsse auch über eine höhere Stadionmiete sprechen.