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Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 Emsländische Volksbank steigert Bilanzsumme

Von Helmut Diers, Helmut Diers | 15.06.2016, 13:05 Uhr

In ihrer 94-jährigen Geschichte hat die Emsländische Volksbank mit Sitz in Meppen 2015 erneut ihre Mitgliederzahl um rund 1000 auf nun mehr als 23.000 steigern können. Die EVB zahlt für 2015 eine Dividende von sieben Prozent pro Geschäftsanteil, insgesamt einen Betrag von 215.072,75 Euro.

Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Göcking wertete in der Vertreterversammlung im Saal Kamp diese Fakten als Attraktivitätsmerkmale der EVB. „2015 war ein bewegtes Jahr“, sagte Göcking, sowohl wirtschaftlich mit der Niedrigzinsphase als auch politisch mit dem Flüchtlingsstrom aus dem Nahen Osten.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss habe im vergangenen Jahr die Stärken der Genossenschaftsbanken gelobt. Göcking bekräftigte: „Die Emsländische Volksbank verfügt genau über diese Stärken; sie ist regional vernetzt und verwurzelt, ihren Kunden und Mitgliedern verpflichtet und vertritt regionale und soziale Interessen vor Ort. Wir hoffen, dass sich noch viele Mitglieder unserer Gemeinschaft anschließen.“

Kritik an traditioneller Geldanlage

EVB-Vorstandsvorsitzender Frank Thiel konnte die Aussage Göckings gleich mit Zahlen belegen. „Zum Beispiel an dieser: 2015 hat die EVB Steuern in Höhe von knapp 3.280.000 Euro gezahlt. Das sind circa 2600 Euro für jede Million Euro Bilanzsumme.“ Die Bilanzsumme habe sich „sehr positiv“ entwickelt und lag Ende 2015 bei über 1,2 Milliarden Euro. Eine Steigerung gegenüber 2014 um drei Prozent. „Die Emsländische Volksbank konnte sich damit wiederum als viertgrößte Genossenschaftsbank im Weser-Ems-Gebiet behaupten“, so Thiel mit gewissem Stolz in der Stimme.

Kritisch sah Thiel die traditionellen Formen der Geldanlage. Man solle in der jetzigen Niedrigzinsphase „nicht nur auf klassische Spareinlagen“ setzen, sondern auch „auf Anlageformen schauen, die eine höhere Rendite versprechen“. Das um neun Prozent gefallene Betriebsergebnis von rund 13 Millionen Euro – „Da kneift uns die momentane Zinssituation“ – bei einer Geschäftsausdehnung um über fünf Prozent sei trotzdem noch zufriedenstellend und liege im Bundesvergleich über dem Durchschnitt. „Das Ergebnis erlaubt es uns, Risiken abzuschirmen, erneut eine ansprechende Dividende zu zahlen und das Eigenkapital ordentlich zu dotieren.“

Mitgliederzahl gesteigert

Die EVB kann für 2015 einen Jahresüberschuss nach Steuern von 4,43 Millionen Euro (Vorjahr: 4,54 Millionen Euro) ausweisen. „Wir haben unsere Mitgliederzahl weiter gesteigert. Unsere Kundenzufriedenheitswerte stiegen erneut. Wir konnten unsere Bilanzsumme auf hohem Niveau weiter ausbauen und im Kundenwertvolumen nochmals einen deutlichen Zuwachs erzielen. Außerdem können wir unter den derzeitigen Bedingungen ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis ausweisen“, fasste Thiel seine Ausführungen zusammen.

Für 2016 und 2017 erwartet der Bankvorstand „eine weiterhin moderate wirtschaftliche Entwicklung“. Zur Ergänzung: Die Kundeneinlagen stiegen 2015 um sechs Prozent auf 1.059.000 Euro, die Eigenmittel der EVB um drei Prozent auf 133 Millionen Euro. Die Zuweisung zu den gesetzlichen Rücklagen betrug 500.000 Euro, die Zuweisung zu den anderen Ergebnisrücklagen 510.485,87 Euro.

Gastvortrag von Antonia Rados

Vom Jahresüberschuss von 4.425.558,62 Euro waren zuvor schon 1.500.000 den gesetzlichen Rücklagen und 1.700.000 Euro den anderen Ergebnisrücklagen zugeführt worden. 215.072,75 Euro blieben für die Dividende. Die Vertreterversammlung erklärte sich einstimmig mit den Vorschlägen des Aufsichtsrats einverstanden, nahm den uneingeschränkten Prüfvermerk des Genossenschaftsverbandes zur Kenntnis, entlastete Vorstand und Aufsichtsrat und wählte Hermann Wöbker (Meppen) turnusgemäß für eine weitere Periode in den Aufsichtsrat.

In seinem Grußwort bat Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein, dass die EVB weiter zu den Grundpfeilern ihrer Firmenphilosophie wie Kundennähe und gemeinschaftliches Handeln stehe. Im Gastvortrag befasste sich Antonia Rados , Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Nahost-Expertin, mit dem Thema „Die arabische Welt im Umbruch: Hoffnung oder Gefahr?“. Die Kennerin des Nahen Ostens und des nordafrikanischen Raums gewährte den Zuhörern einen tiefen Einblick in eine Welt, die vielen bislang fremd war.