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Eltern wollen normalen Umgang Meppen: Geistig behinderte Kinder nicht ausgrenzen

Von Carola Alge | 19.07.2012, 06:30 Uhr

Sven (7) und Malte (11) sind Geschwister. Sie lieben und sie streiten sich, wie es bei Geschwistern in ihrem Alter eben so ist. Und doch sind Sven und Malte besondere Geschwister, denn Sven ist geistig behindert, und Malte ist sein normal entwickelter älterer Bruder.

„Malte ist ein liebevoller, fürsorglicher und oft auch beschützender großer Bruder“, sagt seine Mutter, „aber es gibt auch Situationen, in denen er vom Verhalten des ‚Kleinen‘ extrem genervt ist.“ Sven ist mit seinen sieben Jahren in seiner Entwicklung manchmal noch wie ein Kleinkind. Er kuschelt und schmust gern, umarmt seinen großen Bruder oft und bevorzugt in Situationen, in denen der die Anhänglichkeit seines kleinen Bruders eher „peinlich“ findet.

Die Eltern von Sven und Malte haben mit anderen Eltern zusammen eine Selbsthilfegruppe gegründet, die von dem Gedanken getragen wird, dass ihre geistig behinderten oder in der Entwicklung beeinträchtigten Kinder ein Recht haben, wie alle anderen Sprösslinge am Leben teilzunehmen. „Dafür wollen wir sorgen und andere betroffene Eltern über Fördermöglichkeiten und Leistungen informieren, die man als Eltern beeinträchtigter Kinder in Anspruch nehmen kann“, sagen sie.

In der Selbsthilfegruppe geht es um viel mehr als nur um den Austausch von Informationen. „Wir wollen miteinander reden. Darüber, wie wir mit den Reaktionen der Öffentlichkeit umgehen, wie wir nicht nur für unsere behinderten Kinder sorgen, sondern auch unsere normal entwickelten Kinder im Blick behalten. Wir wollen uns gegenseitig stützen und stärken, wenn wir selbst oder unsere Kinder wieder einmal die Erfahrung machen müssen, dass sie aufgrund ihrer Behinderung ausgegrenzt und wie ‚kleine Monster‘ behandelt werden“, betonen die Initiatoren. Den ausführlichen Bericht lesen Sie am Freitag in Ihrer Tageszeitung.

Die Selbsthilfegruppe „Eltern entwicklungsverzögerter Kinder “ trifft sich 14-tägig in Meppen. Ansprechpartnerin ist Karin Pauls, Tel. 05931/889774. Nähere Informationen gibt es auch in der Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe, Tel.: 05931/14000.