Ein Artikel der Redaktion

Einsatz für die Menschenwürde 100 Jahre Frauengemeinschaft kfd Haselünne

Von Heinz-Gerd Stahl | 25.08.2013, 23:00 Uhr

„Lasst uns aufbrechen zu den Wassern der Freude“ lautet das Leitwort zum 100-jährigen Bestehen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) St. Vincentius

Zum Festhochamt, das von Pfarrer Johannes Bartke zelebriert wurde, assistierte Diakon Friedel Janning. Zahlreiche Fahnen- und Bannerabordnungen nahmen rund um den Altar Aufstellung. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Laudate Chor und dem Singkreis der kfd. In seiner Predigt lenkte Pfarrer Bartke den Blick auf das Johannes-Evangelium. An einem Brunnen bittet Jesus eine Samariterin und bittet sie um Wasser. Diese rein zufällige Begegnung werde zu einer neuen Lebensbedeutung, als Jesus der Frau von dem Wasser erzählt, das er den Menschen geben will, und nach dessen Genuss niemand mehr durstig wird. Wer an Christus glaube, werde selbst zur Quelle und somit zum Geber, so der Geistliche. Die Kirche lebe von getauften und gefirmten Menschen.

Beim Festakt gab die Vorsitzende Notburga Felschen einen kurzen Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre und verwies auf die über 160-seitige Festschrift. Durch das weitere Programm führte in humorvoller Weise Rita Janaczek als „Omma Puüt“:

In den Grußworten wurde deutlich, welch hohen Stellenwert die kfd Haselünne , die zurzeit circa 930 Mitglieder hat, in der Stadt genießt. Pfarrer Bartke sprach von einem Segen für die Gemeinde. Die kfd sei nicht nur die Säule der Gemeinde, die einzelnen Gruppen bildeten auch ein Netzwerk, das viele Menschen trage. „Die kfd ist einfach Klasse“, meint der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Gregor Heller. Dank für ihr großes ehrenamtliches Engagement sprachen Suzana Mutreich vom kfd-Diözesanvorstand sowie Mechthild Kerckhoff vom Regionalvorstand Meppen den kfd-Frauen aus Haselünne aus. Die Glückwünsche der ev. luth. Dreifaltigkeitsgemeinde überbrachte Ruth Becker-Lang und hob die gute Zusammenarbeit zwischen den Frauen beider Kirchengemeinden hervor.

Zukunftsgestaltung

Als Zukunftsgestaltung bezeichnete Bürgermeister Schräer die Arbeit der kfd und äußerte den Wunsch, dass sich auch in der Politik mehr Frauen engagieren. In einer Zeit, in der die Chancenungleichheit zwischen Männern und Frauen nicht aufgehoben sei, bleibe die Arbeit der kfd immer noch aktuell betonte Anne-Rose Lübken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Haselünne.

Ein Bronzekreuz überreichte Ann-Maria Mette Notburga Felschen. In ihrer Festrede erinnerte die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende an die Entwicklung der kfd vor mehr als 150 Jahren bis in die heutige Zeit. Aus eine Gebetsgemeinschaft christlicher Mütter, die sich aus Sorge um ihre Familien täglich zum Gebet trafen, sei der größte Frauen -Erwachsenenverband im kirchlichen wie im gesellschaftlichen Bereich geworden. Aber das Machtgefälle und die Chancenungleichheit zwischen Männern und Frauen sei damit nicht aufgehoben. Immer noch werde unsere Gesellschaft von männlich geprägten Strukturen bestimmt. Frauen arbeiteten noch zu häufig in Bereichen, die mit keinem bzw. einem geringen Einkommen verbunden seien. Dazu zählten Haus-; Familien- und Pflegearbeit. Dabei seien gerade diese Formen von Arbeit für den Erhalt der Gesellschaft unverzichtbar.

Als Ziel des Verbandes nannte die Referentin die Sorge um Menschenwürde und Gerechtigkeit für alle Menschen weltweit und das Eintreten für gesundheits-, sozial- und umweltverträgliches Handeln. Dazu zähle auch eine frauengerechte Gesundheitsversorgung. Im Bereich der Kirche spreche sich die kfd nicht für das Priesteramt der Frau aus. Man engagiere sich aber für die Einführung des Diakonats für Frauen.