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„Ein Pfund, mit dem man wuchern kann“ Neue Mitstreiter im Kreisjugendring Emsland

Von Heiner Harnack, Heiner Harnack | 11.06.2018, 15:22 Uhr

Das Technische Hilfswerk und das Jugendforum Spelle sind bei der Vollversammlung des Kreisjugendrings Emsland als neue Mitglieder aufgenommen worden.

Der Kreisjugendring wurde im Frühjahr 1994 gegründet, nachdem der Landkreis Emsland ein Jahr zuvor Kürzungen im Bereich der Jugendarbeit beschlossen hatte. Seit knapp einem Vierteljahrhundert arbeitet die Organisation, deren Fundament sich in verschiedenen Verbänden gründet, nun überparteilich und ohne Bindung an Konfessionen.

Ungewöhnlich begann die jüngste Vollversammlung mit einem Speed-Dating, da die Organisatoren meinten, es bestehe die Gefahr, dass die einzelnen Mitgliedsorganisationen zu wenig voneinander wüssten. Also wurde munter miteinander geplaudert und manch ein Teilnehmer dürfte viel Wissenswertes über die Arbeit der anderen erfahren haben.

Info zum „Koma-Projekt“

Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis meinte, die Arbeit des Kreisjugendrings sei heute ein Pfund, mit dem man wuchern könne. „Bitte motivieren Sie weiter Jugendliche, ehrenamtlich tätig zu werden“, forderte sie die Runde auf. Das forme auch die Persönlichkeit und gebe für das spätere Leben sehr viel zurück.

Kraujuttis bedauerte, dass Alkohol im Emsland, auch bei den derzeit stattfindenden Schützenfesten, ein Thema geworden sei, dass mehr beachtet werden müsse. „Wir versuchen, mit dem ‚Koma-Projekt‘ präventiv tätig zu sein und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es leider Jugendliche gibt, die man nur sehr schwer erreicht.“ Man müsse deshalb überlegen, ob man Dinge in Zukunft verändert angehe. Auch beim Schutz vor sexueller Gewalt müsse man noch genauer hinschauen, forderte die Dezernentin, und vorsichtig bei der Einstellung Vorbestrafter sein. Hier müsse ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt werden.

Blick voraus auf Jugendförderpreis

Hendrik Gößling vom KJR erzählte, dass man einen Antrag eingereicht habe, der es ermöglichen soll, in Zukunft Materialien wie Zelte, Billardtische oder Spiele für draußen als Förderung mit einem erhöhten Betrag zu erhalten. Wie man vernommen habe, schien der Wunsch auf offene Ohren gestoßen zu sein, meinte Gößling.

Als neue Mitglieder wurden das Technische Hilfswerk und das Jugendforum Spelle in den KJR aufgenommen. Man freue sich sehr auf das demnächst stattfindende Jahresgespräch mit Landrat Reinhard Winter, ließen die Vertreter verlauten. Ein weiterer Höhepunkt werde der 23. Emsländische Jugendförderpreis sein, der am 16. November im Gymnasium Marianum verliehen werde, so Gößling weiter. Hier geht es um eine besondere Auszeichnung für ehrenamtliche Arbeit, die je zur Hälfte durch eine Jury, zur anderen Hälfte durch das Publikum bestimmt wird.

Jugendkloster Ahmsen

Michael Engbers, Bildungsreferent beim Marstall Clemenswerth, stellte das neue Jugendkloster Ahmsen vor. Er lud die KJR-Vertreter sowie die Jugendlichen im Emsland ein, von der Einrichtung Gebrauch zu machen, da man dort auch zu sehr günstigen Preisen tagen und übernachten könne.

Bestätigt beziehungsweise neu gewählt wurden bei den Vorstandswahlen Daniel Gödiker, Hendrik Gößling, Lena Talle und Mira Schürmann. Weitere Vorstandsmitglieder bleiben Jennifer Scholten, Ina Budzynski, Tanja Günther und Lena Brinker.