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Die Verbindung zur Heimat lebt Verein pflegt die deutsch-philippinischen Kontakte

Von Ann-Christin Fischer, Ann-Christin Fischer | 13.06.2016, 19:09 Uhr

Ein Verein aus dem Emsland leistet Hilfe auf den Philippinen. Gleichzeitig pflegt er kulturelle Traditionen aus dem pazifischen Inselstaat und fördert die Integration von Zuwanderern in Deutschland.

„Tala“ bedeutet in der philippinischen Sprache Tagalog „Stern“. „Frauen sind das Licht im Haus und weil wir auch alle Lichter sind, nennen wir uns so“, erzählt Maria Teresita Krüger. Sie ist eine von knapp 90 Frauen, die ihre Heimatinseln im Pazifik verlassen haben und im Emsland leben.

Aber weil sie ihre Mitmenschen auf den Philippinen nicht vergessen und ihnen helfen wollen, haben sie den Verein jetzt offiziell eintragen lassen. Jetzt heißt der Verein „Tala - Philippinisch-Deutsche Integration Deutschland“. Ihr Mann, Hartmut Krüger, ist der erste Vorsitzende. „Ich habe mich um die Organisation gekümmert, die deutsche Bürokratie ist ja doch etwas komplexer“, bemerkt er. Er ist der einzige Mann im Verein und kennt die Mitglieder des Vorstands bereits seit einigen Jahren. 12 Jahre lang lebte er auf den Philippinen, brachte neben vielen antiken Schätzen auch seine Frau Maria Teresita mit nach Deutschland. Zusammen suchten sie den Kontakt zu anderen Philippinos.

Maria Teresita Krüger, Roqueta Wall, Linda Hardt, Hartmut Krüger, Josephine Menke, Lunalyn Haase und Nora Pitschke sprechen deutsch, wenn sie zusammen am Frühstückstisch sitzen. Doch immer wieder verfallen sie in ihre Heimatsprache, dann grinst der Mann am Tisch und sagt: „Tja, Gott sei Dank verstehe ich alles, sonst könnten sie ja über mich reden.“ Es ist ein fröhlicher Verein, der schon auf einige Erfolgserlebnisse blicken kann.

Um ihren Familien, Freunden, Bekannten und der notleidenden Bevölkerung zu helfen, haben sie große Hilfsaktionen gestartet. Nachdem Anfang November 2013 der Taifun Hayan über den Philippinen wütete, sammelten sie zwei Container-Ladungen Sachspenden und mehrere tausend Euro.

In betroffenen Orten verteilten Lunalyn Haase und Maria Teresita Krüger die Hilfen an die Menschen. „Wenn man es sonst spendet, geht vieles an die Regierung und andere korrupte Leute“, erklärt Hasse ihre Vorgehensweise. „So wissen wir, wo die Spenden hingehen.“

Immer wieder statten sie ihrem Herkunftsland Besuche ab, doch auch im Emsland pflegen sie ihre Kultur und führten in Meppen, Papenburg und Haren traditionelle Tänze auf. Hartmut Krüger ist stolz auf das, was der Verein bisher geleistet hat. „Wir müssen uns jetzt weiter aufbauen. Ein neuer Verein ist wie ein kleines Kind, es muss gefüttert werden“, meint er. Die Treffen und Veranstaltungen, auch mit überregionalen Vereinen, sollen regelmäßig werden. Ein weiteres Ziel ist die Unterstützung in Form von Spenden und die Förderung der Integration asiatischer Einwanderer durch Kontaktpflege Integrationshilfen.