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"Honig im Kopf" Und der Filmpreis geht an ... die Demenz-AG der Marienschule Meppen

Von Mascha Abeln | 10.05.2021, 11:01 Uhr

Dass Schule in Zeiten der Corona-Pandemie anders ist, konnte Ina Streeck aus verschiedenen Perspektiven am eigenen Leib erfahren.

Nachdem die Meppenerin ihr Abitur im Sommer 2020 unter Homeschooling-Bedingungen absolvierte, kam sie zum neuen Schuljahr als Bundesfreiwilligendienstlerin an die Marienschule. Um etwas Abwechslung in den Schulalltag zu bringen, nahm Streeck mit einigen Schulkindern am Wettbewerb „Emsland Filmklappe“ teil - und gewann den ersten Preis. Der Wettbewerb wurde zum achten Mal vom Medienzentrum Emsland veranstaltet.

Mit ihrem Legefilm „Honig im Kopf“, der auf der Schulwebseite einsehbar ist, bewarben sich die Freiwilligendienstlerin und sechs Kinder bei dem Wettbewerb und sind nun nominiert für die niedersachsenweite Filmklappe. Der etwa fünfminütige Kurzfilm zeigt auf liebevolle und auch humorvolle Art und Weise, wie sich die Corona-Pandemie auf die AG „Honig im Kopf“ auswirkt, denn die Kinder der AG besuchen normalerweise regelmäßig ein nahegelegenes Altersheim, was derzeit so nicht mehr möglich ist.

Kindern Themengebiete zugeteilt

Um den Film zu erstellen hat Ina Streeck den Kindern Themengebiete zugeteilt, um auch ohne viele Treffen zum Ziel zu kommen. Die Zweit-, Dritt- und Viertklässler haben dabei die Aufgaben als Zeichner (Antonia Janning und Ina Bläsing), Geschichtenschreiber (Jannis Gerner und Timo Stoll) und Technikbeauftragte sowie Erzähler (Moritz de Groot und Fritz Specken) übernommen.

Als Wertschätzung für diese Arbeit überreichte Ariane Asmuth-Schröer den Kindern ein kleines Geschenk: „Leider entfällt die feierliche Vorführung des Films im Kino, aber wir möchten euch trotzdem Danke sagen und bald gemeinsam ein Eis essen gehen“, sind sich die Schulleiterin und Ina Streeck einig.

Noch mehr Filme für die Marienschule

Der erfolgreiche Film ist aber nicht der einzige, den Ina Streeck für die Marienschule in Meppen-Esterfeld umgesetzt hat. Angefangen hatte alles mit einer filmischen Schulvorstellung, die die Corona bedingt abgesagten Einschulungsaktionen ersetzen sollte. Nachdem Streeck, die nach ihrem Bundesfreiwilligendienst Soziale Arbeit studieren möchte, einen Imagefilm für die Grundschule erstellt hatte, folgten dann „Honig im Kopf“ und ein Anleitungsvideo für Covid-19-Selbsttests, das die Eltern und Kinder bei der Umsetzung der vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahme an die Hand nehmen sollte.

Filme drehen statt mit Puppen spielen

Noch bis zu den Sommerferien läuft der Freiwilligendienst, dann hofft Streeck auf einen Studienplatz. „Ich bin wirklich froh, dass ich an diese Schule gekommen bin - es macht Spaß und ich konnte viel ausprobieren und lernen. Außerdem glaube ich nicht, dass ein reines Homeschooling-Semester etwas für mich gewesen wäre.“

„Mein Vater hat mich schon ganz früh ans Filmen herangeführt“
Ina Streeck, Bufdi aus Meppen

Homeschooling ist auch ein Grund dafür, dass die junge Frau sich näher mit dem Filmemachen beschäftigt hat: Während ihrer Abiturzeit war sie oft gelangweilt ohne Unterricht und nutzte die Zeit dann, um Imagefilme für Meppener Geschäfte zu erstellen: „Mein Vater hat mich schon ganz früh ans Filmen herangeführt. Wenn ich mich früher mit meinen Freundinnen getroffen habe, haben wir nicht mit Barbies gespielt, sondern Actionfilme gedreht.“

Filmschaffende als große Bereicherung

An der Marienschule ist man dankbar und sieht die Filmschaffende als große Bereicherung in einer ungewohnten Zeit, auf die sich alle erstmal einstellen mussten. Während das Lehrerkollegium versucht, die Schüler und Schülerinnen bestmöglich durch den Wechselunterricht zu bringen, sorgt Ina Streeck mit ihren Filmen für Abwechslung und ein Gefühl von Gemeinschaft.