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Campus Lingen wichtiger Partner Wirtschaftsverband Emsland geht besondere Wege

Von Hermann-Josef Mammes | 03.02.2017, 20:15 Uhr

Der Tenor bei der Jahrespressekonferenz des Wirtschaftsverbandes Emsland war klar und unüberhörbar: „Wir wollen besondere Wege gehen, um das Emsland weiter nach vorne zu bringen.“

Vorsitzende Maria Borgmann sowie die anderen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes befürchten eine „Müdigkeit und Sättigung der Menschen im Emsland“. Diesem Phänomen will der Verband mit seinen 389 Unternehmen entgegenwirken. Landrat Winter ergänzte, dass „wir es uns nicht leisten können, rückwärtsgerichtet zu denken“. Vielmehr müsse es der Anspruch des Emslandes sein, sich mit den erfolgreichsten Regionen Bayerns und Baden-Württemberg zu messen.

Robuste Wirtschaft

Trotz dieser Misstöne wies Borgmann auf eine „robuste und selbstsichere Wirtschaft im Emsland“ hin. Weiterhin sei das Emsland ein attraktiver Wirtschaftsstandort.

Ziel des Verbandes sei es weiterhin, die Standortfaktoren zu verbessen und den fast 400 Mitgliedern mit deren ganzer Vielfalt an Branchen und Betriebsgrößen durch interessante und wichtige Angebote dabei zu helfen.

Lösung des Fachkräftemangels

Oberste Prämisse ist die Lösung des Fachkräftemangels. Wie Alfons Veer ausführte, gibt es neue Seminare der EmslandAkademie: „Hier geht es um die Qualifizierung von Obermonteuren und Oberpolieren“. Sie sollen über diesem Weg zusätzlich zur bestehenden fachlichen Qualifikation Führungskompetenzen auf Baustellen erhalten.

Auch Ausbilder erhalten in einem Modul mit 96 Unterrichtsstunden, wie sie lösungsorientiert handeln. Eine echte Erfolgsgeschichte sind die vom Wirtschaftsverband initiierten Lernpartnerschaften. 31 Firmen und Schulen kooperieren bereits und ermöglichen so Jugendlichen über gezielte Praktika und Fachvorträge ihre passenden und gewünschten Ausbildungsberufe rechtzeitig kennenzulernen.

Campus Lingen ein Glücksfall

Ein Glücksfall für die Region ist nach Aussagen von Andreas Mainka die Hochschule Osnabrück mit dem Campus Lingen. Das Emsland sei auf das Know-how der Wissenschaft angewiesen. Fast wie selbstverständlich hegten und pflegten Unternehmen inzwischen intensive Kontakte zur Hochschule. Über das Emslandstipendium will der Wirtschaftsverband die jungen Menschen an die Region binden. 35 Studenten profitieren von dem monatlichen Zuschuss von jeweils 100 Euro. „Darunter sind auch 50 Prozent Studierender, die nicht aus dem Emsland stammen“, so Maria Borgmann. Man wolle auch diese jungen Menschen für das Emsland begeistern. Die Vorsitzende versprach, dass der Wirtschaftsverband grundsätzlich bereit sei, „Neues zu wagen“.