Ein Artikel der Redaktion

Bühnenkunst statt Handwerk In Meppener Aula wird nach Asbestsanierung wieder Theater gespielt

Von Tim Gallandi | 17.04.2013, 10:28 Uhr

Die Handwerker haben Platz gemacht für Schauspieler und Artisten, der Vorhang hebt sich wieder: Mit der Vorstellung des Chinesischen Nationalcircus wurde Anfang dieser Woche der Spielbetrieb in der Aula des Windthorst-Gymnasiums wieder aufgenommen. Fünf Monate war der größte Theatersaal in Meppen geschlossen gewesen, da Asbest enthaltende Materialien entfernt werden mussten.

Die Schadstoffe waren bei Sanierungsarbeiten an der Beleuchterbrücke im Bereich der Bühne entdeckt worden ( wir berichteten ). Das Theatergebäude stammt aus den späten 1950er-Jahren. „Damals war Asbest ein probates Mittel zum Hitzeschutz“, so Arnold Terborg, Geschäftsführer der Theatergemeinde Meppen. Dass seinerzeit ein Material verwendet worden war, das später als krebserregend nachgewiesen wurde, kam erst über ein halbes Jahrhundert später ans Tageslicht. Solange die Dämmplatten eingebaut waren, bestand nach Einschätzung von Fachleuten keine Gefahr für Menschen. Nachdem aber durch die Umbauarbeiten Asbestfasern freigesetzt worden waren, musste ein Sanierungskonzept her, um das asbesthaltige Isoliermaterial fachgerecht zu beseitigen.

Daher die Schließung der Aula seit Mitte November, daher die zusätzlichen Kosten für den Landkreis Emsland in Höhe von 140000 Euro. Denn eigentlich sollte nur die Bühnentechnik erneuert werden, wie Kreisbaurat Dirk Kopmeyer und Heinz Lammers, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, unserer Zeitung erläuterten.

Wie im Zeitplan der Sanierung verankert, stand die Erneuerung der Handwindenzüge, der Revisionsstege sowie des Schnürbodens an. Dann kamen die Asbestfunde dazwischen. Die belasteten Dämmplatten wurden entfernt und ersetzt; per sogenannter Freimessung wurde festgestellt, dass es keine Asbestbelastung mehr gibt. Ferner verfügt die Bühne nun über neue Vorhänge. Und auch die Arbeiten an der Lüftungsanlage, die durch die Asbestsanierung unterbrochen werden mussten, sind mittlerweile abgeschlossen. „All das war nötig, um die Brandschutzbestimmungen einzuhalten“, so Lammers.

„Jetzt sind wir fast fertig“, sagte Kopmeyer. Eben nur fast, denn das abschließende große Vorhaben für die Aula, die Erneuerung des Bühnenbodens, ist in die Sommerferien verschoben worden. Andernfalls hätte die Meppener Theatergemeinde noch länger auf Ersatzspielorte ausweichen müssen, was Terborg und sein Team in den jüngsten Monaten ohnehin viel Aufwand gekostet hat.

Insgesamt 17,25 Millionen Euro sind nach Angaben des Landkreises seit 2008 in Baumaßnahmen am Windt-horst-Gymnasium geflossen oder werden noch bis Jahresende investiert. Ein Teil des Geldes stammt aus dem Konjunkturpaket II des Bundes.