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Betreuen Flüchtlinge Sozialarbeiter der Stadt Meppen seit vier Monaten im Dienst

Von PM. | 06.06.2016, 21:33 Uhr

Zum Jahresende 2015 erreichten die Flüchtlingszahlen Rekordwerte. In den vergangenen Monaten sind sie deutlich zurückgegangen. Die Flüchtlingsarbeit der Städte und Gemeinden konzentriert sich nun auf die Integration ihrer Flüchtlinge. Die Stadt Meppen hat hierfür zwei Sozialarbeiter eingestellt. Simone Baalmann und Mathias Grewe gehören seit dem 1. Februar zum Team.

Forciert durch die Medien wurde insbesondere die Zeit, in der täglich tausende Flüchtlinge nach Deutschland kamen, wahrgenommen. Der Pressemitteilung zufolge sind die Zahlen seit den Grenzschließungen auf dem Balkan Anfang des Jahres deutlich zurückgegangen. Wurden im Januar vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bundesweit noch 91.671 Zugänge von Asylsuchenden registriert, waren es im April noch 15.941.

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Diese Entwicklung entlaste zwar die Städte und Gemeinden, Flüchtlingsarbeit sei jedoch nach wie vor ein zentraler Aufgabenschwerpunkt. Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein: „Der Fokus liegt nun nicht mehr auf der Unterbringung der in Meppen ankommenden Flüchtlinge – wobei dies selbstverständlich eine wichtige Aufgabe bleibt. In den Vordergrund gerückt ist nun die Integration.“

Ansprechpartner

Hierfür wurden zwei Sozialarbeiter befristet für die Dauer von zwei Jahren eingestellt. Simone Baalmann und Mathias Grewe haben seit dem 1. Februar einen festen Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung. Diesen nehmen sie in der Praxis allerdings eher selten in Anspruch. „Den Flüchtlingen ein persönlicher Ansprechpartner sein, das ist ein ganz wichtiger Aspekt. So findet unsere Arbeit in erster Linie vor Ort, gemeinsam mit den Flüchtlingen statt“, erklärte Simone Baalmann. Die 30-Jährige hat 2014 ihr Bachelor-Studium abgeschlossen und anschließend ihr Anerkennungsjahr beim ambulanten Justizsozialdienst Niedersachsen in Osnabrück zur staatlich anerkannten Sozialarbeiterin abgeleistet.

„Neben der Hilfestellung bei bürokratischen Angelegenheiten oder Arztbesuchen, versuchen wir für ein Stück Normalität – soweit man davon überhaupt sprechen kann – zu sorgen und eine gewisse Struktur in den Alltag zu bringen“, sagte Mathias Grewe. Der staatlich anerkannte Erzieher, der die Prüfung für den mittleren allgemeinen Justizvollzugsdienst abgelegt hat, arbeitete zuletzt in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Musik und Gastfreundschaft

Ein besonders schönes Beispiel hierfür biete die Flüchtlingsunterkunft in der Marsch . Hier sind laut Stadt zurzeit 43 Flüchtlinge untergebracht. Ulrich Hönig, pensionierter Lehrer, stattet ihnen regelmäßig Besuch ab und wird mit offenen Armen empfangen. „Von dieser Gastfreundlichkeit kann sich manch einer eine Scheibe abschneiden“, sagte Hönig. Eine Tasse Tee oder der traditionelle Chai gehören zu jedem Besuch dazu.

Mit im Gepäck hat Hönig immer auch seine Gitarre; eine weitere hat er den Flüchtlingen überlassen. Beim gemeinsamen Musizieren hat an dieser insbesondere Assem Aboul Monaym sein musikalisches Talent unter Beweis gestellt. Der Diplom-Ingenieur aus Syrien sei dankbar für die Abwechslung und genieße die gemeinsamen Stunden. Ein weiterer Gitarrist ist Mohammed Loay Shokan. Der 24-Jährige hat in seiner Heimat das Studium der Rechtswissenschaften begonnen. Sein sehnlichster Wunsch sei es, dieses in Deutschland fortsetzen zu dürfen.

Die Zukunft von Assem und Loay sowie der übrigen Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft ist laut Pressemitteilung ungewiss, doch gewiss ist es möglich, sie in dieser Zeit zu unterstützen. Dass dies teilweise nur wenig Aufwand erfordert, beweist das Engagement von Ulrich Hönig. „Vorrangiges Ziel ist es nun, den Flüchtlingen weitere Sprachkurse zu ermöglichen“, sagte Grewe. Zurzeit seien die Kapazitäten jedoch ausgeschöpft. Verstehen und verstanden werden – Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu erlangen, das wünschen sich die Flüchtlinge besonders. Bis dahin verständige man sich unter anderem über die Musik – eine Sprache, die in allen Ländern gleich ist.