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Ausschuss stimmt Plan 2016 zu Abfallwirtschaft im Emsland rechnet mit Überschuss

Von Tim Gallandi | 10.12.2015, 13:35 Uhr

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Emsland rechnet für 2016 mit Erlösen von mehr als 24,4 Millionen Euro. Das geht aus dem Wirtschaftsplan hervor, dem der Betriebsausschuss geschlossen zugestimmt hat.

Die Erlöse werden damit laut Plan um fast zwei Millionen Euro höher liegen als im laufenden Jahr. Betriebsleiter Hans-Josef Geiger veranschlagt einen Überschuss von rund 426500 Euro. Begründet liegt das vor allem in der Erhöhung der Müllgebühren, die der Kreistag im Oktober beschlossen hat und die Anfang 2016 in Kraft tritt.

Wie Geiger dem Betriebsausschuss erläuterte, werden die Gebühreneinnahmen mit rund 21,1 Millionen Euro kalkuliert. Davon entfallen rund 18,7 Millionen Euro auf Einnahmen aus der öffentlichen Hausmüllabfuhr, während Direktanlieferungen zu den Zentraldeponien etwa 2,5 Millionen Euro einbringen. Rund 2,54 Millionen Euro werden an Erlösen aus der Wiederverwertung erwartet. Die übrigen Erlöse, unter anderem aus Stromeinspeisungen und Sickerwasserreinigung, belaufen sich auf insgesamt knapp 698000 Euro.

Stabile Erlöse

„Insgesamt haben wir derzeit relativ stabile Erlöse, besonders aus der Altpapierverwertung“, erklärte Geiger, „aber die Erlöse schwanken wegen der Abhängigkeit vom Marktgeschehen.“ Positiv sei in jedem Fall, dass der emsländische Abfallwirtschaftsbetrieb 2016 keine neue Kredite werde aufnehmen müssen: Sowohl die Tilgung von Verbindlichkeiten als auch die Investitionen sind nach Worten des Betriebsleiters aus liquiden Mitteln möglich. Denn verzeichnet wird ein positiver Cashflow in Höhe von rund 2,67 Millionen Euro. An Aufwendungen stehen knapp 24021000 Euro zu Buche.

Investieren will der Betrieb im kommenden Jahr rund 1614000 Euro. Knapp ein Drittel davon entfällt auf „bewegliche Sachen des Anlagevermögens“, wozu beispielsweise der Kauf von Fahrzeugen und Geräten sowie die Beschaffung von Abfallbehältern zählt. Gut zwei Drittel der Investitionen belegen die geplanten Baumaßnahmen.

Bauvorhaben in Wesuwe

Das Herzstück der Bauvorhaben wird der Umbau und die Erweiterung des Sozialgebäudes auf der Zentraldeponie Wesuwe sein, wofür 350000 Euro veranschlagt sind. Geiger zufolge ist das Gebäude aufgrund gestiegener betrieblicher Aktivitäten – etwa dem Umschlag von Restmüll und Papier – und dem damit verbundenen Personalzuwachs inzwischen zu klein.

Weitere 145000 Euro investiert der Abfallwirtschaftsbetrieb in Lagerflächen für Kompost im Bereich der Biomassevergärungsanlagen. Größere Ausgabenposten umfassen auch die Deponiegasverwertung in Wesuwe, für die 100000 Euro eingeplant sind, sowie die weitere Planung der Erweiterung der Zentraldeponie Dörpen. Dafür werden im kommenden Jahr 94000 Euro veranschlagt; mit der Erweiterung soll voraussichtlich 2017 begonnen werden.

Sondertilgungen

Der Betriebsausschuss verabschiedete den Wirtschaftsplan einstimmig. „Die Anhebung der Gebühren zeigt Wirkung“, kommentierte Bernhard Schmitz (CDU) mit Blick auf den erwarteten Überschuss. Der Wirtschaftsplan sei solide; das Plus von rund 426500 Euro weise in eine „gute Richtung. Es zeigt auch, dass kommunale Unternehmen auf solider finanzieller Basis stehen müssen“. Auf Nachfrage von Bernhard Bendick (SPD), was mit dem Überschuss geschehe, erklärte Betriebsleiter Geiger, neben den Investitionen und dem Tilgen von Krediten seien auch Sondertilgungen denkbar. Dabei gelte es jedoch bei den Banken zu klären, „ob die Konditionen bei einer Sondertilgung noch lukrativ sind“.