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Ausschuss für Alternativplan Landwirt zieht Stallbau-Antrag in Meppen zurück

Von Tim Gallandi | 01.07.2014, 18:00 Uhr

In den Streit um die Stallbaupläne dreier Landwirte im Meppener Ortsteil Feldkamp kommt Bewegung: Einer der Landwirte, Bernhard Bölle, hat sein Vorhaben aufgegeben, seinen Betrieb um einen Biolegehennenstall mit fast 15000 Plätzen zu erweitern. Stattdessen will er nun eine Stutenbewegungshalle mit 15 Pferdeboxen errichten.

Einer entsprechenden Bauvoranfrage stimmte der Planungs- und Bauausschuss der Stadt Meppen in seiner jüngsten Sitzung geschlossen zu. Nach Angaben der Verwaltung wurde die Bauvoranfrage am 25. März gestellt. Aus ihr gehe hervor, dass auf dem Hof derzeit noch etwa 110 Mastbullen, 16500 Masthähnchen und drei Pferde gehalten werden. Am 1. Mai habe der Landwirt ergänzt, dass er auf die bisherige Planung zum Bau und Betrieb eines Biolegehennenstalls verzichten würde, sofern er im Bauvorbescheid für die Stutenbewegungshalle grünes Licht erhalte.

Das ursprüngliche Vorhaben Bölles und zweier weiterer Landwirte in Meppen-Feldkamp, Schütte und Kirschner, ihre Betriebe um Biolegehennenställe zu erweitern, beschäftigt die Stadt Meppen und die Anwohner des Gebiets bereits seit 2010. Im vergangenen Jahr schaltete sich zudem der Landkreis Emsland in die Diskussion ein.

Mit Unterstützung der Politik erließ die Stadt 2010 eine Veränderungssperre, um die zunächst zwei, inzwischen drei Bauanträge für Biolegehennenställe in der Nähe des Wohngebiets steuern zu können. Ein neuer Bebauungsplan sollte die Interessen der Anwohner berücksichtigen. Diese hatten die Bürgerinitiative Feldkamp gegründet, um den Stallbau zu verhindern, da sie eine Belastung durch Keime und Bio-Aerosole und damit eine Gesundheitsgefährdung befürchten.

Als die Stadt Meppen die Veränderungssperre im vergangenen Jahr auslaufen lassen wollte, schaltete sich der Landkreis ein und bemängelte den städtischen Umweltbericht als unvollständig. Darauf beschloss der Stadtrat im September die Verlängerung der Veränderungssperre um ein weiteres Jahr.

Ein Schritt, der wiederum Anfang 2014 vom Oberverwaltungsgericht in Lüneburg gekippt wurde , nachdem Landwirt Schütte dagegen geklagt hatte. Mit dem Urteil wurde die Verantwortung für die Baugenehmigung an den Landkreis Emsland als Genehmigungsbehörde weitergereicht. Das Verfahren befindet sich somit weiterhin in der Schwebe.

Bölle indes scheidet nun aus dem Kreis der Antragsteller aus. Mit Blick auf das neue Vorhaben, die Stutenbewegungshalle, sagte Stadtplaner Theo Gebben in der Ausschusssitzung, ein Bebauungsplan solle nach den Sommerferien vorliegen und öffentlich ausgelegt werden.

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