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Anschaffung gut planen Tierschutzbund warnt: Keine tierischen Geschenke zu Weihnachten

Von Carola Alge | 02.12.2015, 13:01 Uhr

Ein kuscheliger lebender Spielkamerad – für viele Kinder steht er zu Weihnachten ganz oben auf der Wunschliste. Der Deutsche Tierschutzbund warnt allerdings eindringlich vor tierischen Überraschungen unter dem Tannenbaum.

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  • Vor einer tierischen Anschaffung sollte man klären:
  • Gilt die Liebe auch erwachsenen Vierbeinern, oder beschränkt sie sich auf „süße“ Tierbabys
  • Wer erzieht es und übernimmt die regelmäßige Betreuung
  • Passt das Tier zu den Lebensgewohnheiten des Beschenkten und seiner Familie
  • Ist es für die Größe der Wohnung geeignet, und ist der Vermieter mit der Tierhaltung einverstanden
  • Wer betreut den neuen Hausgenossen während des Urlaubs
  • Gibt es Ausweichstellen im Krankheitsfall
  • Können Folgekosten getragen werden

Jungen und Mädchen träumen wenige Wochen vor Weihnachten von nichts sehnlicher als von einem vierbeinigen Spielkameraden, mit dem sie so richtig schön schmusen können, wenn ihnen danach ist. Vor allem kleine Hunde stehen bei ihnen hoch im Kurs. Oft jedoch verfliegt die erste Begeisterung für das „tierische“ Präsent in vielen Fällen bald, wenn sich zeigt, dass „Wuffi“ regelmäßig Auslauf braucht, die Katze beschäftigt werden will oder selbst der niedliche Hamster auch so seine Eigenarten hat.

Tier wird oft schnell lästig

Davon können insbesondere die Tierschutzvereine und Tierheime ein Lied singen. In ihnen landen diese vierbeinigen Geschenke nicht selten nach den Weihnachtstagen. Sehr oft haben die Mitarbeiter in der Vergangenheit erlebt, dass bereits kurz nach dem Fest, spätestens jedoch vor dem ersten Urlaub, das gerade erst angeschaffte Tier lästig ist. Es wird ins Heim abgeschoben bzw. an der nächstbesten Ecke ausgesetzt.

Vorher gut informieren

Deshalb raten Tierschutzvereine und Deutscher Tierschutzbund, sich über derartige Überraschungsgeschenke vorher eingehend zu informieren und Gedanken zu machen. Wer sich nicht ganz sicher ist, sollte lieber zunächst ein Buch über die betreffende Tierart bzw. einen Gutschein mit dem Versprechen unter den Weihnachtsbaum legen, sich in den nächsten Wochen zum Beispiel im Tierheim nach einem möglicherweise schon etwas älteren Hund umzusehen, der die ersten „Flegeljahre“ bereits hinter sich hat und dringend ein Zuhause sucht.

Empfohlen wird, sich in Ruhe während der Feiertage gemeinsam mit der gesamten Familie zu beratschlagen. Jeder solle sich genau und sorgfältig überlegen, ob wirklich der dauerhafte Wunsch nach einem Tier als weiterem Mitglied besteht.

Entscheidung als Familie treffen

Nur wenn die Entscheidung für einen neuen Hausgenossen gemeinschaftlich getroffen werde und dabei alle Aspekte der Tierhaltung wie Finanzierung und Verantwortung für Pflege und Ernährung etc. gesichert seien, könne ein Haustier eine liebenswerte Bereicherung sein.

„Ein Tier ist kein Pullover und kein Spielzeug, keine Sache, die ich einfach umtauschen kann, wenn sie nicht passend ist oder nicht gefällt“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Mit einem Tier übernehme man die Verantwortung für ein Lebewesen und müsse auch bereit sein, diese zu tragen, solange das Tier lebt. „Egal ob Meerschweinchen, Kaninchen oder Kätzchen – ein Tier sollte man sich immer ganz bewusst zulegen, als Spontangeschenk ist es absolut ungeeignet“, betont Schröder.

Literatur studieren

Folgende Punkte sollte man vor dem Erwerb eines Tieres beachten bzw. abklären: Gilt die Liebe auch erwachsenen Vierbeinern, oder beschränkt sie sich auf „süße“ Tierbabys? Wer erzieht es und übernimmt die regelmäßige Betreuung? Kinder sind mit dieser Verantwortung oft überfordert. Passt das Tier zu den Lebensgewohnheiten des Beschenkten und seiner Familie? Ist es für die Größe der Wohnung geeignet, und ist der Vermieter mit der Tierhaltung einverstanden? Wer betreut den neuen Hausgenossen während des Urlaubs? Gibt es Ausweichstellen im Krankheitsfall? Die mit einer Tieranschaffung verbundenen Fragen sollten vorher geklärt werden, und man sollte sich eingehend durch entsprechende Literatur, Besuch im Tierheim, beim Züchter und im Zoofachgeschäft über das neue ‚Familienmitglied‘ informieren.

Auch Tierheime besuchen

Das kann auch aus einem der vollen Tierheime stammen. Aber: Auch von dort sollte ein Tier möglichst nicht zur Weihnachtszeit aufgenommen werden. „Der Trubel und die Hektik während der Vorweihnachtszeit und der Feiertage erschweren es dem Neuzugang, sich in aller Ruhe an sein neues Zuhause zu gewöhnen“, warnt Schröder.