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Alexander Hasekamp vor erster Einzelausstellung Meppener Student widmet sich der Malerei

Von Tim Gallandi | 12.05.2018, 09:45 Uhr

Bildende Kunst ist Alexander Hasekamps Passion. Wenn er nicht gerade soziale Arbeit studiert, widmet sich der Meppener intensiv der Malerei. In einer ersten Einzelausstellung im August an der Herrenmühle will er seine Werke präsentieren – und zugunsten eines guten Zwecks verkaufen.

Wenn Alexander Hasekamp von sich und seinem Schaffen spricht, scheint etwas von der Art durchzuschimmern, wie er auch in der Kunst agiert. Durchdacht, fokussiert, aber mit stets offenem Blick für das Neue, bisher Unbeachtete. Er erzählt von der Faszination für Claude Monet und Gerhard Richter, von Wald und Flur als Inspirationsquelle. Und von seinem Keller-Atelier im Elternhaus in Apeldorn, das er an Wochenenden und in den Semesterferien zeitweise selten verlässt. „Mein Vater hat mich dann schon mal Kellerkind genannt“, sagt der 23-Jährige schmunzelnd.

Es lag an seiner Oma: Hätte sie nicht schon viel gemalt, hätte der Enkel womöglich nicht die Initialzündung erhalten, seine eigene kreative Ader zu erforschen. Dann hätte er nicht mit 16, 17 Jahren die alten Mal-Utensilien der Großmutter entstaubt, die Staffelei aufgestellt, zu Pinsel und Farben gegriffen.

Autodidakt

So aber legte er los. „Ich habe erst einmal in verschiedene Richtungen geschaut, mich über Künstler und Stile informiert.“ Der junge Emsländer wälzte Bücher, vertiefte sich in Biografien – und fand einen ersten Lieblingskünstler: Monet. „Der hat mich am meisten bewegt.“ Hasekamp begann, Werke des Impressionisten und anderer Künstler zu kopieren sowie Fotomotive abzumalen, ehe er dieser Übungsphase autodidaktisch eigene Werke folgen ließ.

Daneben machte er nach zwölf Jahren Schulzeit seinen Abschluss an der Marienhausschule. Es folgten drei Jahre Ausbildung zum Großhandelskaufmann bei Raiffeisen Ems-Vechte. Dann stand ihm der Sinn nach „einem kleinen Abenteuer“, wie er es selbst nennt: dem freiwilligen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern im tiefsten Oberbayern.

Verbundenheit mit der Natur

15 Monate war Hasekamp weit weg vom Emsland, aber nicht so weit weg von der Kunst. Statt nach Hause zu fahren, ging er am Wochenende oft auf Museumskurztrips: In München und Basel, Bamberg und Frankfurt nahm er die Originale in den Blick. Inzwischen, als Student, nutzt er das Semester-Ticket der Bahn, um Ausstellungen in der Rhein-Ruhr-Region zu besuchen. „Auch auf der Messe Art Cologne war ich, um Eindrücke von der Kunstszene zu bekommen und auf dem aktuellen Stand zu bleiben.“

Die Verbundenheit mit der Natur ist in seinen Bildern unübersehbar: Da grasen Pferde auf der Weide, blickt ein Hirsch auf einer Lichtung umher. Da gibt es aber auch Elefanten, die einander zu konfrontieren scheinen, und einen Löwen im Triumphgebrüll. Ebenso Felder und Seen, Blumen-Stillleben – und den Harener Dom.

Fokus auf gegenständlicher Darstellung

Sich auf bestimmte Motive limitieren will Hasekamp keineswegs. „Mittlerweile habe ich einen eigenen Stil gefunden und entwickle ihn.“ Klar ist für ihn der Fokus auf gegenständlicher Darstellung; abstrakt malt er nur hier und da zu Trainingszwecken. Gleichwohl inspiriert ihn das jüngere Schaffen Gerhard Richters, dessen Technik des Farbauftragens und -abziehens er in manchen Werken nachempfindet, „aber in kleinerem Ausmaß“.

Im Keller-Atelier und im Münsteraner Studentenzimmer, wo ebenfalls eine Staffelei parat steht, sind inzwischen rund 60 Bilder entstanden. Meist arbeitet er an mehreren gleichzeitig, was auch daran liegt, dass die Ölfarben, auf denen neben Acryl und Aquarell sein Schwerpunkt liegt, länger zum Trocknen brauchen.

Verkauf für guten Zweck

2016 ging Hasekamp mit seiner Kunst erstmals an die Öffentlichkeit, präsentierte sie in der Emsländischen Volksbank in Meppen sowie bei der Park-Art in Sögel, wo er auch 2017 vertreten war. Das waren Gruppenausstellungen; jetzt steht seine erste Einzel-Werkschau an: Am 4. und 5. August 2018 zeigt er seine Bilder an der Meppener Herrenmühle – und bietet sie zum Verkauf an. Den Erlös will er dem Krebsfonds Ludmillenstift Meppen spenden.

Der Student träumt davon, sein künstlerisches Schaffen mit dem anvisierten Brotberuf, der sozialen Arbeit, zu verbinden. Klar ist für ihn schon jetzt: „Die Kunst wird mich mein Leben lang begleiten.“

Weitere Info zu Alexander Hasekamp und seinem Werk auf www.artbyah.de.