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Aktueller Schuldneratlas Creditreform: Weniger Emsländer in Schuldenfalle

Von Alexander Klay | 06.11.2013, 17:17 Uhr

Weniger Emsländer haben mit zu hohen Schulden zu kämpfen: Die Anteil der Erwachsenen, die ihren finanziellen Pflichten nicht nachkommen können, ist binnen Jahresfrist leicht von 8,43 auf auf 8,35 Prozent gesunken. Die Betroffenen gelten laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform als überschuldet. Das geht aus dem aktuellen Schuldneratals hervor, der am Mittwoch vorgelegt worden ist.

Anders sieht es etwa in der Stadt Osnabrück aus. Dort steigen fast jedem neunten Einwohner, 11,28 Prozent der Erwachsenen, die Schulden über den Kopf: Damit liegt die Stadt im Bundesvergleich der kreisfreien Städte und Landkreise weit hinten auf Platz 324 von 402. Spitzenplätze nehmen vor allem Landkreise in Bayern ein. Dort werden im Schnitt 3,7 Prozent der Erwachsenen als überschuldet bezeichnet.

Was den Schuldenstand in Nordwest-Niedersachsen angeht, steht die Bevölkerung auf dem Land deutlich besser da als in der großen Stadt: Die Kreise Osnabrück (8,63 Prozent der Erwachsenen überschuldet), Emsland (8,35) und Grafschaft Bentheim (8,42) zählen in ganz Norddeutschland zu den Regionen mit dem geringsten Schuldneranteil. In den Landkreisen Leer und Aurich liegt der Anteil mit 10,67 und 10,60 Prozent leicht über dem bundesweiten Schnitt von 9,81 Prozent. Üblicherweise geht es laut Creditreform um ausstehende Beträge von 33.350 Euro.

Größere Veränderungen hat es in der Region im Vergleich zum Vorjahr kaum gegeben. Einzig für die Stadt Osnabrück vermeldet Creditreform eine Zunahme der Schuldnerquote von 10,57 auf aktuell 11,28 Prozent. Das führen die Wirtschaftsforscher auf die jüngste Bevölkerungszählung, den Zensus 2012, zurück: Weil in Osnabrück weniger Menschen als angekommen leben, fällt der Anteil der Schuldner höher aus.

Eine Entwicklung zeigt die Statistik jedoch ganz klar: Überhöhte Schulden werden zunehmend ein Problem der jüngeren Generation. Noch vor zehn Jahren war nicht einmal jeder dreißigste junge Erwachsene betroffen, heute ist es jeder Achte. Ähnlich, aber etwas weniger dramatisch sieht die Entwicklung bei 20 bis 39-Jährigen aus. Zunehmend wird als Grund ein unangebrachtes Konsumverhalten angeführt.

Währenddessen ist der Anteil der älteren Schuldner teils deutlich zurückgegangen. In der Altersgruppe der 50 bis 59 Jährigen hatte 2004 jeder Achte zu hohe Schulden, heute ist es jeder Zwölfte.

Die Zahl der Schuldner stagniert bundesweit bei insgesamt 6,58 Millionen. Das sind 9,81 Prozent aller Erwachsenen. Laut der Statistik überheben sich Männer öfter mit finanziellen Risiken: Auf 4,23 Millionen Betroffene kommen 2,35 Millionen Frauen, die nicht mehr für alle ihre Verbindlichkeiten aufkommen können.