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Aktionsbündnis informiert Artgerechte Tierhaltung gefordert

Von Matthias Konen | 01.09.2011, 14:07 Uhr

Das Aktionsbündnis „Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nord-West“ hat vor dem Meppener Rathaus zum Thema Massentierhaltung mit Ständen und Infomaterial Stellung bezogen.

Das Aktionsbündnis, das im letzten Jahr gegründet wurde, setzt sich aus sieben Organisationen zusammen, darunter auch der globalisierungskritische Verein attac und der Umweltverband NABU. Aus transnationaler Perspektive betrachtet attac die industrielle Massentierhaltung. Durch die Futtermittelherstellung in Südamerika, genauer in Brasilien, existiere dort eine regelrechte Sojamonokultur, erklärt Andreas Herrmann, Mitglied der Organisation. Um allein die Masthähnchen in Niedersachsen mit Futter zu versorgen, werde für den Futteranbau wiederum die Fläche von Niedersachsen benötigt. Das überschüssige Fleisch der Tiere, das in Deutschland nicht mehr auf den Markt zu bringen ist, gelange dann nach Afrika. Das Angebot an billigem Fleisch unterbiete die lokalen Anbieter. „Der Export von deutschem Fleisch zerstört Märkte und auch die Familien der Landwirte in Afrika“, so Herrmann.

Katja Hübner vom NABU-Regionalverband Emsland/Grafschaft Bentheim sieht in der familiären, bäuerlichen Haltung eine artgerechte Alternative zur Massenhaltung, jedoch: „Die Verbraucher müssen bereit sein, für artgerechte Haltung der Tiere mehr zu bezahlen.“ Weiterhin seien die Brandschutzbestimmungen der Mastställe nicht ausgereift, die Rede ist von einem Sicherheitsrisiko für Mensch und Tier. Allerdings begrüßt Hübner das Entgegenkommen von Landrat Bröring bezüglich einer Veränderung des Paragrafen 35 des Baugesetzbuches, um dem ausufernden Bau von Mastställen in der Region Einhalt zu gebieten.