Unbekanntes Tier unterwegs Genprobe bestätigt Wolfsriss im Emsland

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Ein Wolf hat im November im Emsland Schafe gerissen. Das hat eine Genprobe ergeben. Archivfoto: Tobias BöckermannEin Wolf hat im November im Emsland Schafe gerissen. Das hat eine Genprobe ergeben. Archivfoto: Tobias Böckermann

Spahnharrenstätte. Am 25. November hat ein Wolf aus einer Schafherde in Spahnharrenstätte fünf Schafe getötet. Die Bestätigung dafür haben genetische Untersuchungen ergeben.

Damals hatte das Tier drei Schafe aus der Herde des Schäfers Wilhelm Schütte sofort getötet, zwei weitere mussten eingeschläfert werden, acht weitere galten damals als verschollen. Die Schafherde war mit einem nach amtlicher Definition als wolfsabweisend geltenden Elektrozaun gesichert gewesen. Vermutlich war das angreifende Tier darüber hinweggesprungen.

Damals hatte die Wolfsberaterin Anika Börries in den Bisswunden Material gesichert, das in einem Labor auf mögliche genetische Spuren eines Wolfes untersucht wurde. Auf anfrage bestätigte eine Sprecherin des Wolfsbüros Niedersachsen, dass man darüber den Wolf als Verursacher habe feststellen können. Der Schafhalter wird deshalb nun für die toten Tiere entschädigt. Im Juni 2015 war in Neusustrum ebenfalls ein Schaf von einem Wolf getötet worden. 2017 gab es niedersachsenweit bisher 132 bestätigte Nutztierrisse durch den Wolf.

Um welches Individuum es sich im aktuellen Fall handelt, wurde im Labor bisher nicht festgestellt. Es könnte sich um ein durchziehendes Tier gehandelt haben oder um einen jener Wölfe, die sich seit längerem im Emsland aufhalten. Wie viele dies sind, ist unklar. Sicher ist, dass es neben dem Nachweis des Wolfes aus Spahnharrenstätte in den zurückliegenden Wochen rund um die WTD 91 mehrere sogenannte C1 oder C2-Nachweise gegeben hat, also entweder Nachweise durch Fotos, Losungen oder Risse oder bestätigte Hinweise, also glaubhafte Augenzeugenberichte. Dabei gab es mindestens einmal die Sichtung von zwei Individuen.

Das Wolfsbüro in Hannover bittet darum, die Landesjägerschaft bei ihrem Wolfsmonitoring zu unterstützen und Beobachtungen zu melden. Die Daten dienen der besseren Einschätzung des Wolfsvorkommens. Meldungen sind unter der Telefonnummer 0511/3034-3034 auf der Homepage des Wolfsbüros per Formular (auch anonym) möglich. Auch über die Jägerschaft sind Meldungen möglich unter 0511/5304318 oder wolf@ljn.de.


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