Weitere Ehrenamtliche gesucht SKM Emsland unterstützt Sprachförderung an Schulen

Von Heiner Harnack


Meppen. Im Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) wird seit vielen Jahren daran gearbeitet, Menschen mit Migrationshintergrund besser in die Gesellschaft einzugliedern. Nach wie vor stellen Schwierigkeiten beim Sprechen der deutschen Sprache das Hauptproblem dar.

„Die Sprache ist eine Schlüsselqualifikation“, brachte es der erste Vorsitzende des SKM, Günter Göken, zu Beginn des Pressegesprächs auf den Punkt. Man habe überlegt, in Gemeinschaft mit einigen Schulen im Bereich des mittleren Emslands ein ehrenamtliches Projekt aufzulegen, so Göken weiter. Nach rund elf Jahren sei man mit diesem Projekt der Sprachförderung immer noch sehr beschäftigt, machte er auf die Wichtigkeit der Förderung aufmerksam.

Viele Arbeitsmigranten

„Wir hören aber von den Schulen, dass man weitere ehrenamtliche Mitarbeiter benötige, die sich dort engagieren.“ Geschäftsführer Arnold Esters berichtete, dass nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Arbeitsmigranten ins Emsland kämen. „Es sind auch viele Niederländer zu uns gekommen, die nicht immer die Sprache beherrschen“, so Esters. Seinerzeit habe man in der Marienschule Meppen in einem sehr überschaubaren Rahmen begonnen. „Im Jahr 2015 stiegen dann aber die Flüchtlingszahlen an, sodass der Bedarf an den einzelnen Schulen deutlich stieg.“

Bedarf steigt

Bei der Lernförderung habe die Politik die Schulen aber allein gelassen, sodass diese vor großen Problemen gestanden hätten. „Normalerweise ist es nicht die Aufgabe eines Sozialverbandes, den Schulunterricht zu unterstützen“, meinte Esters. Der Bedarf an Unterstützung steige aber nach wie vor. „Bei einem Sprachneuling, der nichts versteht, macht es keinen Sinn, dass der in einem Klassenverband sitzt.“ Der SKM fördere die Helfer aber und bilde diese auch ständig weiter, zeigte er den großen Aufwand auf, den der SKM betreibe. „Derzeit verfügen wir über 45 ehrenamtliche Helfer, die in den Schulen unterwegs sind“, machte er auf eine stattliche Anzahl aufmerksam.

(Weiterlesen: Flüchtlinge in Meppen profitieren in Deutschkursen voneinander)

Das seien aber immer noch nicht genug, da man in allen Schulformen, wie Grund- oder Oberschulen und Gymnasien unterwegs sein müsse. „Wir erwarten keinen pädagogischen Hintergrund“, machte Karin Walterskötter-Kowoll vom SKM deutlich, dass jeder willkommen sei.

Zeit teilen und verschenken

Marion Rednik, kommissarische Leiterin der Johannes-Gutenberg-Schule, erzählte, dass die Kinder mit Migrationshintergrund unterschiedlich gefördert würden. „Wir müssen die Kinder auffangen, damit sie einen Basiswortschatz erlernen.“ Ziel sei es, dass die Kinder später am Unterricht teilnehmen können. Die Ehrenamtlichen würden unterrichtsbegleitend arbeiten, übernehmen zum Beispiel Lesezeiten. Man brauche einfach Menschen, die bereit seien, Zeit zu teilen und zu verschenken. „Das ist für uns eine absolute Bereicherung und für das Kind eine Wohltat.“


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