Besinnlichkeit und Spielfreude Organist und Altistin leiten mit Bach den Advent in Meppen ein

Von Gerd Mecklenborg

Begeisterten in der Propsteikirche St. Vitus mit Bachschen Orgelwerken und Chorälen: Balthasar Baumgartner und Karen Peterwerth. Foto: Gerd MecklenborgBegeisterten in der Propsteikirche St. Vitus mit Bachschen Orgelwerken und Chorälen: Balthasar Baumgartner und Karen Peterwerth. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Im Rahmen der Konzertreihe „Bach in Meppen 2017“ hat Regionalkantor Balthasar Baumgartner an der Hillebrand-Orgel der Propsteikirche Meppen einmal mehr seine Virtuosität an der Königin der Instrumente unter Beweis gestellt.

„Es ist schön, hier den 1. Advent mit Bach einleiten zu dürfen“, sagte Baumgartner in seiner Einführung zum 40-minütigen Orgelkonzert, das er unter dem Titel „Wie nach einer Wasserquelle“ zu Gehör brachte.

Als erstes Musikstück erklang die Bachsche Orgelbearbeitung einer Komposition von Antonio Vivaldi für zwei Violinen und Orchester, das in a-moll mit den Sätzen Allegro- Adagio-Allegro auf der großen Kirchenorgel orchestral dargeboten wurde. Das zweistimmige Violinenspiel wurde von dem Oboe-Register der Hillebrand-Orgel simuliert und von Baumgartner gefühlvoll interpretiert. Schnell und mit hörbarer Spielfreude virtuos gespielt die Allegrosätze, wunderbar melodiös die nachgeahmten Violinenstimmen im Adagio.

Oboe-Register gezogen

Es folgten mehrere Choräle aus der Feder des großen Meisters Bach. Bei „Ich rufe zu dir, Herr Jesu Christ“ erklangen sanfte melodiöse Töne, für deren Melodie Baumgartner wieder das Oboe-Register gezogen hatte. Den Choral „Von Gott will ich nicht lassen“ leitete die Gastsolistin Karen Peterwerth mit schöner, sicherer Alt-Stimme ein. Mit schnellen leichten Fingern meisterte der Organist das Bachsche „Du Friedensfürst, Herr Jesu Christ“.

Ein interessantes Orgelregister, gefühlvoll in Szene gesetzt, das nachgeahmte Gemshorn, hörten die Konzertbesucher dann beim Themenchoral „Wie nach einer Wasserquelle“, bevor das komplexe Gesangswerk „Bereite dich Zion“, aus dem ersten Teil von Bachs Weihnachtsoratorium, BWV 248, in ausgezeichneter Ausgewogenheit der Altstimme und der Orgelsequenzen von zwei hervorragenden Musikern zu Gehör gebracht wurde. Wunderschön dabei wieder der Gesang von Karen Peterwerth, getragen durch Baumgartners einfühlsames Orgelspiel.

Ein mitreißendes Fugenthema erfüllte dann zum Abschluss die Meppener Kirche bei Bachs Fuge in g-moll, BWV 578. Für den lang anhaltenden Beifall erhoben sich danach die Konzertbesucher von ihren Plätzen und belohnten damit die Ausdruckskraft des Orgelspiels und den wunderschönen Gesang zur Einleitung in den Advent.