Atrejus Wunsch wurde erfüllt Erkrankter Jugendlicher aus dem Emsland auf Motorradtour

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pm/trg Meppen. Ein sehnlicher Wunsch ist kürzlich für Atreju Lach aus Spahnharrenstätte in Erfüllung gegangen. Der an einer unheilbaren Erbkrankheit leidende 15-Jährige durfte bei einer Motorradtour von Biker- und Trikerclubs aus der Region mitfahren.

Es war kalt, regnerisch und windig, als sich Motorrad-, Trike- und Quadfahrer zu einer ganz besonderen, gemeinsamen Ausfahrt trafen. Die nicht gerade optimalen äußeren Bedingungen machten aber den Beteiligten nichts aus – erst recht nicht Atreju Lach.

Der junge Spahnharrenstätter ist an Muskeldystrophie Duchenne erkrankt, einer muskulären Erbkrankheit, für die es bislang keine Heilung gibt. Atreju hatte schon lange den Wunsch, einmal auf einem Motorrad mitfahren zu dürfen – am besten mit seiner Familie und seinen Freunden zusammen. Diesen Wunsch konnten ihm nun die Bikerkinder/Quadkinder gemeinsam mit dem Motorrad-Club MC Black Magic sowie der Brotherhood of Trikers erfüllen.

„Das war echt cool!“

20 Fahrzeuge, darunter ein 850er Moto-Guzzi-Gespann, Motorräder, Trikes und Quads machten sich auf zur Fahrt durch das nördliche und mittlere Emsland. Atreju fuhr während der gut halbstündigen Tour im Beiwagen des Moto-Guzzi-Gespanns mit, während seine Familie und Freunde sich auf die übrigen Fahrzeuge verteilten – jeder fand einen Platz“, schilderte Michaela Heine von „MC Black Magic“.

Während eines Zwischenstopps an einer alten Fliegerhalle in Wippingen konnten sich alle Beteiligten bei Kaffee und Kuchen austauschen. „Dabei gab es, wo man auch hinschaute, nur lachende Gesichter“, so Michaela Heine. Am meisten strahlte aber Atreju, der die Fahrt sichtlich genossen hat. „Das war echt cool!“, sagte „Ati“. Im Anschluss lud Atreju alle „seine“ Fahrer und alle, die an der Aktion beteiligt waren, zu Grillwürstchen und einer wärmenden Tasse Kaffee ein, bei der wieder Gefühl in die steif gefrorenen Finger kam.

Bevorstehende Operation

Initiiert worden war die Aktion von Atrejus Tante Nicole Wiggelinghoff: „Mit so vielen Fahrern hatte ich bei dem schlechten Wetter gar nicht gerechnet! Das ist einfach nur toll!“ Auch Atrejus Eltern freuten sich sehr über die gelungene Aktion. „Das war mega!“, sagte Atrejus Mutter Michaela Lach.

Hans-Jörg „Hansi“ Heine, Vorsitzender des MC Black Magic aus Meppen, bot Ralf „Bärchen“ Wöhl von Bikerkinder/Quadkinder an: „So eine Aktion können wir gerne mal wieder gemeinsam starten. Es ist schön, wenn man einem kranken, benachteiligten Kind eine kleine Freude bereiten kann!“ Darüber waren sich alle Beteiligten einig und wünschten Atreju bei der bevorstehenden Operation am rechten Bein alles Gute.


Muskeldystrophie Duchenne

Die häufigste Ursache für eine Muskeldystrophie im Kindes- und Jugendalter ist ein genetisch bedingtes Fehlen oder eine Funktionsänderung des Eiweißes Dystrophin. Die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne wurde erstmals im 19. Jahrhundert von dem französischen Mediziner Guillaume-Benjamin Duchenne beschrieben. Sie trifft fast ausschließlich Jungen; in Deutschland leben 1500 bis 2000 Betroffene.

Die bislang unheilbare Erkrankung beginnt im Kleinkindalter mit einer Schwäche der Becken- und Oberschenkelmuskulatur, schreitet rasch voran und endet tödlich, sobald die Herz- und Atemmuskulatur abgebaut wird. Durch verbesserte Therapie mit Heimbeatmung hat sich die Prognose in den vergangenen Jahren verbessert. (Quellen: Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke; Wikipedia)

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