SkF Meppen wird 25 Jahre alt Schlechte Finanzierung gefährdet Sozialdienst

Von Heiner Harnack

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ehren- und Hauptamtliche des SkF erhielten den Dank für ihre Arbeit mit den zu betreuenden Menschen. Foto: Heiner HarnackEhren- und Hauptamtliche des SkF erhielten den Dank für ihre Arbeit mit den zu betreuenden Menschen. Foto: Heiner Harnack

Meppen. In schwierigen Situationen bietet der Sozialdienst katholischer Frauen Hilfe für Familien, Frauen, Kinder und Jugendliche an. Der Betreuungsverein hat jetzt sein 25-jähriges Jubiläum mit einer kleinen Feier begangen.

Vorsitzende Walburga Nürenberg hob in ihrer Rede den Einsatz der ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter hervor. „Wir sind seit 25 Jahren ein wesentlicher Bestandteil des Betreuungswesens im Emsland“, sagte die Vorsitzende zu den Gästen. Man übernehme unter anderem die gesetzliche Vertretung volljähriger Menschen, die selbst nicht mehr in der Lage seien, ihre Angelegenheiten zu regeln, machte sie auf die aktuell 167 Betreuungsfälle des SkF aufmerksam. Zu den Betreuten gehörten psychisch erkrankte Menschen oder Personen, die mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung leben müssten. Dazu kämen noch Wohnungslose oder Menschen mit Drogenproblemen.

„Beim SkF Meppen sind derzeit 31 ehrenamtliche Betreuer mit 38 Fällen unterwegs.“ Weiter informierten die Mitarbeiter auch über Inhalte von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. „Wir lassen die Menschen, für die wir Verantwortung übernommen haben, und deren Angehörige nicht allein“, gab Nürenberg das Arbeitsmotto des SkF wieder.

Pauschale Vergütung

Leider gebe es aber eine sehr schlechte Refinanzierung der Arbeit, drückte sie etwas auf die Feierstimmung bei den Gästen. Im Jahre 2005 sei eine pauschale Vergütung eingeführt worden. Seitdem habe es aber keine Anpassung an die tatsächlichen Kosten gegeben. „Allein die Personalkosten sind seitdem um 15 Prozent angestiegen“, zeigte Nürenberg auf, dass erhebliche finanzielle Aufwendungen von Nöten seien. Durch den demografischen Wandel habe sich auch die Betreuungssituation verschärft, da der Aufwand immer größer geworden sei. „Sollte sich die Finanzierung nicht kurzfristig ändern, wären 100 SkF-Vereine bundesweit betroffen und in ihrer Existenz bedroht.“ Damit würde das gesamte gesellschaftliche System belastet, warnte Nürenberg.

„Nicht allein lassen“

Gastredner und Landtagsabgeordneter Bernd-Carsten Hiebing (CDU) sagte, dass es sehr wichtig sei, dass es den SkF weiterhin gebe. „Betroffene und deren Angehörige dürfen nicht allein gelassen werden“, forderte Hiebing. Im Fokus müssten immer die Zufriedenheit und das Wohl der zu Betreuenden stehen. Man müsse sich auch selbst frühzeitig Gedanken machen, wie es im Alter oder im Krankheitsfall weiter gehen solle, forderte er auch Eigenengagement der Menschen. „Ich weiß, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen immer wieder gewandelt haben, was es nicht einfacher für Ihre Arbeit macht“, richtete er auch die Kritik in Richtung Politik. Am Ende der Feier wurden Ehren- und Hauptamtliche für ihre Arbeit mit Blumen bedacht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN