Umfrage Meppener nach Jamaika-Aus: „Außer Kanapees nichts gewesen“

Von Carola Alge und David Hartmann

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cw/hart Meppen. Wie geht es weiter nach dem Jamaika-Aus? Das ist auch Thema bei den Meppenern. Bei einer Umfrage unserer Redaktion in der Innenstadt äußerten sich am Montag viele mit Blick auf Neuwahlen skeptisch. „Das ist nicht das Gelbe vom Ei“, meinte ein Befragter aus Haren.

Herbert Peters nimmt das Jamaika-Aus kopfschüttelnd zur Kenntnis. „Da sind zwei Monate vergangen. Passiert ist, was klar war: Es konnte keine Einigung geben“. Der Angestellte aus Meppen befürchtet, dass auch drohende Neuwahlen zu keinem Ergebnis, sprich einer Regierung, führen. Die Schuld dafür gibt der 45-Jährige vor allem der CSU. „Die hat sich am wenigsten bewegt“.

„Festgefahren“ sieht auch Sibille Pöpke die Lage. „Außer Kanapees ist nichts gewesen“, sagt die Hausfrau aus Meppen ein bisschen schmunzelnd. Sie hofft, „dass nun doch noch die SPD ins Boot kommt „und wie in Niedersachsen eine Große Koalition gebildet wird“.

Scharfe Worte

Scharfe Worte Richtung Bayern richtet Tim Mertens. Der 17-jährige Schüler ist überzeigt davon, dass die CSU im Fall einer Neuwahl „abgestraft wird“. Mit ihrem harten Kurs in der Ausländerpolitik habe sie sich „ins Abseits gestellt“.

„Traurig“. Dieses eine Wort nur hat Petra Meiners für das Scheitern der Sondierungsgespräche übrig. Wie es weiter geht? „Wir werden wohl wieder wählen müssen“, mutmaßt die 32-jährige Fachverkäuferin.

„Die helfen keinem“. Sabine Voges ist von den Regierenden enttäuscht. Vor allem Kanzlerin Merkel kümmere sich nur um Flüchtlinge, „nicht aber um die vielen Probleme im eigenen Land, von denen es so viele gibt“, kritisiert die Meppenerin.

Für Andreas Muhlack war es klar, „dass das nicht klappen kann. Die Standpunkte der Grünen und der FDP liegen zu weit auseinander“. Der Stadtreiniger aus Meppen ist deshalb für Neuwahlen. Allerdings hofft er, dass „dabei dann die AfD nicht noch weiter gestärkt wird“. Vielleicht wäre Die Linke eine Alternative. Rot-rot-Grün ist für den 56-Jährigen eine denkbare Option.

„Das konnte nicht gut gehen. Vier verschiedene Parteien sind vier verschiedene Ansichten. Die kann man nicht unter einen Hut bekommen“, sagt Uwe Müller. Notwahlen allerdings findet der Beamte aus Meppen schlecht: „Das kostet uns 90 Millionen Euro“.

„Nicht das Gelbe vom Ei“

„Nicht das Gelbe vom Ei“ ist auch für Annemarie und Johann Fehrmann ein erneuter Gang der Bürger an die Wahlurnen. Das Ehepaar aus Haren fürchtet, dass dann die Extremen, also Linke und AfD, zulegen würden.

Ähnlich kritisch sieht Ramona Christmann das Thema Neuwahlen. Für die Meppenerin sei eine erneute Wahl ein Schritt in die falsche Richtung. „Deutschland braucht Veränderungen. Da wären eine schnelle Entscheidung und das Jamaika-Bündnis ein guter Anfang gewesen.“

Böses Erwachen?

Anderer Meinung ist Hans Gödrich. „Neuwahlen könnten sehr interessant für Deutschland werden. Es ist schade, dass die Bündnisparteien keine Einigung gefunden haben. Das war allerdings auch nicht möglich ohne die Wähler zu enttäuschen.“, so der Meppener. Trotzdem erwartet er Verluste für die extremen Parteien. „Wer eine Alternative für Deutschland will, muss sich fragen, ob diese auch wirklich sinnvoll ist.“

Gegen Neuwahlen ist Gisela Pinkernell. Eine Minderheiten-Regierung wäre ihr lieber als Neuwahlen. „Neuwahlen können ein böses Erwachen für ganz Deutschland werden. Deutschland steht vor einer schwierigen Zeit, da nicht nur das Flüchtlingsproblem vorliegt, sondern Probleme in allen Bereichen. Kita, Rente, etc.“, so die Emsländerin. Sie möchte endlich wieder Politik für Deutschland.


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