Silbermedaille 200 in Barcelona Meppener Schlangen nach Fotofinish Vizeeuropameister

Jubel Marke Carsten Schlangen: Der Meppener wurde 2010 in Barcelona Vizeeuropameister. Foto: Bernd Thissen/dpaJubel Marke Carsten Schlangen: Der Meppener wurde 2010 in Barcelona Vizeeuropameister. Foto: Bernd Thissen/dpa

Meppen. Der aus Meppen stammende und für LG Nord Berlin startende Leichtathlet Carsten Schlangen kann auf eine Reihe von Erfolgen verweisen. Zu den größten zählt der Gewinn der Silbermedaille über 1500 Meter bei den Europameisterschaften in Barcelona am 30. Juli 2010.

Das EM-Finale bedeutet für den Emsländer noch immer ein Highlight: „Die Erinnerung ist superpräsent.“ Er erreichte im vierten Anlauf sein erstes internationales Finale. Nach der Qualifikation in Metz (3:36,67 Minuten) und dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft war Schlangen in Barcelona auf den Punkt topfit. Im Vorlauf belegte er mit der fünftschnellsten Zeit (3:41,65) den dritten Platz.

Richtige Taktik

Im Finale machte Schlangen alles richtig: Im von Taktik geprägten Rennen hielt er sich meist im Vorderfeld auf und hatte somit die Kontrollmöglichkeit über den Lauf. Als das Tempo verschärft wurde, fand der auf Position sechs zurückgefallene Emsländer sofort eine Lücke und drang in die Phalanx der spanischen Läufer ein. Den neuen Europameister Arturo Casado (3:42,74) konnte er im Spurt nicht mehr aufhalten, aber im packenden Fotofinisch, in dem er sich förmlich über die Ziellinie katapultierte (3:43,52), schob er sich um zwei Hundertstel vor dessen Landsmann Manuel Olmedo. Die Auswertung des Zielfotos dauerte einige Zeit, ehe sich die Jury auf Schlangen als Zweiten festlegte. „Ich wusste es sofort“, erklärte der Läufer kurz nach seinem Triumph.

Für Schlangen, der bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und 2012 in London jeweils das Halbfinale erreichte, bleibt das Edelmetall aus Katalonien „eine große Sache“. Die Außenwirkung sei riesig gewesen, erklärt der 36-Jährige, der seine Karriere 2014 beendete. Er arbeitet in Berlin als Architekt. „Ich habe den Übergang geschafft“, sagt er. Laufen bedeutet heute noch Lebensqualität für ihn. Demnächst will er wieder häufiger bei kleinen Wettbewerben starten.


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