Wasserbrunnen im Nachbarort Meppener Verein aqua creactive mit Projekten im Kongo

Von Matthias Engelken

Präsentierten neue Projekte im Kongo: Hildegard Hermes-Otten (v.l.), Hermann Gruth, Helmut Pante, Heinz-Wolbert Kuiper, Irène Freimark-Zeuch und Daniel Djeboutouw. Foto: EngelkenPräsentierten neue Projekte im Kongo: Hildegard Hermes-Otten (v.l.), Hermann Gruth, Helmut Pante, Heinz-Wolbert Kuiper, Irène Freimark-Zeuch und Daniel Djeboutouw. Foto: Engelken

Meppen. Äußerst nahrhaft ist Moringa. Davon durften sich jetzt Mitglieder und Förderer des Meppener Vereins aqua creactive im Waldgasthaus Röckers in Helte bei einem afrikanischen Drei-Gänge-Menü überzeugen.

Als sogenanntes Superfood ist Moringa bekannt und wird häufig sogar als nährstoffreichste Pflanze der Welt bezeichnet. 90 Nährstoffe sollen sich in ihr vereinen. Auch deshalb hatte der Meppener Verein aqua creactive, der sich die Hilfe zur Selbsthilfe in Kilueka im afrikanischen Kongo zur Aufgabe gemacht hat, die Anpflanzung von Moringa-Bäumen gefördert.

Seit 2011 betreibt der Meppener Verein etwa 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Kinshasa das Projekt. Anfangs sorgten die Mitglieder für sauberes Trinkwasser, unterstützten bei der Brunnenbohrung und sicherten unter anderem mit der Einführung der ursprünglich aus der Himalaya-Region Nordwestindiens stammenden Moringa-Pflanze eine gesunde Ernährung. „Doch mittlerweile haben wir eine ganze Reihe weitere Projekte angeschoben“, erläuterte jetzt Helmut Pante, Vorsitzender des Meppener Vereins, Mitgliedern und Förderern bei einem afrikanischen Drei-Gänge Menü.

So hatte der Verein mit finanzieller Unterstützung vieler privater Sponsoren, Vereine und Verbände aus der hiesigen Region aber auch mithilfe der Bingo-Umweltstiftung in der Vergangenheit diverse Projekte auf den Weg gebracht. Ein technisches Gebäude wurde errichtet, in dem die erste und einzige Imkerei in der Demokratischen Republik Kongo beheimatet ist. „Dieses Projekt läuft hervorragend, allein hier haben wir zwanzig Arbeitsplätze geschaffen“, sagte der Vorsitzende im Beisein der Entwicklungshelfer Irène Freimark-Zeuch und Daniel Djeboutouw, die vor Ort die Projekte betreuen und sich regelmäßig ein Bild vom Stand der Dinge machen.

20 Arbeitsplätze

Pante ist überzeugt vom Erfolg der Projekte. Als Beispiel nennt er die funktionierende Raupenzucht nach der erfolgreichen Aufforstung. „Die Raupen setzen sich an den Bäumen ab, sie bieten ein hervorragendes eiweißhaltiges Nahrungs-Ergänzungsmittel, das von der Bevölkerung gut angenommen wird“. Zwar gab es diese nicht zu essen im Gasthaus, jedoch viele Infos zu weiteren Plänen des Vereins. So erläuterte Pante, dass er und seine Mitstreiter bereits frühzeitig zu der Erkenntnis gekommen waren, auch die Bildung in den Fokus der Entwicklungsarbeit zu nehmen. Deshalb hatte der Verein Anfang dieses Jahres ein entsprechendes Programm initiiert, bei dem Patenschaften für Schüler übernommen werden.

„Der Mangel an Bildung ist ein großes Problem in Kilueka“, zeigte der pensionierte Pastor den Hintergrund der Aktion auf. Es gäbe zwar Schulen, aber anders als hier sei der Besuch mit erheblichen Kosten verbunden. Neben Schulgeld fielen weitere Aufwendungen an, etwa für Uniform, Materialien und Betreuung. „Viele Eltern dort können sich das nicht leisten.“ Gut 180 Euro pro Jahr werden benötigt, um ein Kind den Schulbesuch zu ermöglichen. 15 Kinder hatte der Verein bereits übernommen, weitere 20 private Patenschaften kamen in diesem Jahr dazu, dankte der Vorsitzende den Paten für die Unterstützung und hofft auch weiterhin auf Unterstützung. „Sie können sich sicher sein, dass die Hilfe auch dort ankommt, wo sie hin soll“, versprach er.

„Geld kommt an“

Dafür sorgt neben den Entwicklungshelfern auch der Partnerverein Songa Nzila, der im Vorfeld Kriterien für die Förderung erarbeitet hatte. Ebenso hätte aqua creactive mit Augustin Konda dauerhaft einen Projektleiter vor Ort, der sowohl den Unterricht als auch die Kriterien überprüft, erläuterte Pante. „Unsere Kinder kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen, sind Voll- oder Halbwaisen, leben in schlechten Wohnverhältnissen oder aber deren Eltern haben lediglich ein geringes Einkommen.“

Auch weiterhin will der Verein sich um die Region bemühen. So möchten die Mitglieder zukünftig in der gut 11.000 Einwohner großen Stadt Lemfu nach Wasser bohren lassen und Wasserleitungen mit Zapfstellen errichten. Auch dabei ist der Meppener Verein auf die Unterstützung aus dem Emsland angewiesen. „Wir wollen auch künftig mit Ihrer Unterstützung den Menschen im Kongo helfen, ihr Potenzial zu erkennen und zu entfalten“, sagte Pante. Auch wenn durch den Verein lediglich ein kleiner Teil des afrikanischen Volkes geholfen würde, sei es doch ein Weg in die richtige Richtung, von dem weitere Orte lernen könnten. „Und auch wir können lernen über den Tellerrand zu schauen“, erläuterte Pante nicht nur mit Blick auf einen süß schmeckenden Moringa-Smoothie voller Vitamine. Infos gibt es auf www.aqua-creactive.de.