Baumaßnahmen im Endspurt Meppener Gustav-Adolf-Kirche wird am Reformationstag wiedereröffnet

Von Petra Heidemann


Meppen. Reformationsjubiläum und Wiedereröffnungsfeier der renovierten Meppener Gustav-Adolf-Kirche – bei beidem laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren.

Nebeneinander, umeinander, nacheinander arbeiten die verschiedenen Gewerke sich zu. Das bedarf einer akribischen Planung der Arbeitsabläufe, als wolle man zu einem Festessen sechs Bestandteile eines Essens auf vier Kochfeldern gleichzeitig auf den Tisch bringen.

Staubfrei muss die Kirche sein, wenn die Orgel wieder enthüllt wird, ohne dass genau dieser Vorgang wieder neuen Staub aufwirbelt. Außerdem muss das geschehen, bevor der Eingangsbereich fertiggestellt wird, denn sonst kann das Gerüst nicht mehr abtransportiert werden. Auch der neue Altartisch und die neue Kanzel müssen vorher hineingeschafft werden.

Keinen Staub aufwirbeln

Nun stehen sie da, dick verhüllt, auf dem schieferfarben verfliesten Altarraumpodest, vor dem aus seiner Einhausung befreiten, unversehrten Altarbild. Die freie Bodenfläche aus sandsteinfarbenen Keramikfliesen im leeren Kirchenschiff wirkt riesengroß. Ja, es sieht hier schon wieder nach Kirche aus, wenn auch noch überall Akustiker, Elektriker, Tischler, Schreiner, Fliesenleger, Maler, Heizungsmonteure am Werk sind.

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Da fehlen die Stufenbeläge um das Altarpodest; dort, wo ein Holzsteg über das Podest hinweg den Blick auf das Altarbild lenken soll, gähnt zwischen den dunklen Fliesen noch der nackte Beton. Aber Staub darf niemand mehr aufwirbeln; mehr als einmal muss daher die Kirche gereinigt werden, Abtrennfolien werden gespannt, Schneiden, Hämmern, Sägen muss nun draußen geschehen.

Zwei besondere Gäste

Immer wieder greifen die Handwerker zwischendurch in den Süßigkeitenvorrat, für den die Gemeindeglieder zuverlässig und gerne sorgen. Jede Steckdosenabdeckung an der Wand, jede endgültig hinter Schaltkastentüren verschwindende Verkabelung, jede frisch gestrichene Fläche vervollkommnet allmählich das Gesamtbild. Lautsprecher und Mikrofone, Liederanschlagtafeln und Wandheizkörper warten auf ihre Endmontage.

Mitten in ein Planungsgespräch der Verantwortlichen hinein stellen sich zwei besondere Gäste ein: Eine Blaumeise und ein Rotkehlchen inspizieren jeden Winkel mit in der leeren Kirche hallendem Gepiepse. Es dauert eine ganze Weile, sie zum Hinaushüpfen zu bringen, ohne dass sie wieder auffliegen.

Sitzkomfort

Spannend wird es, als die Bänke geliefert und aufgestellt werden – das alte Holz in frischem Glanz auf neuer Holzkonstruktion, stabil, ohne klobig zu wirken, in halbierter Länge und stapelbar, eben ein mobiles Möbel, das gestalterischen Spielraum zulässt und Platz für Rollstühle schafft. Einzelsitzkissen werden zusätzlich zur Form der Bänke für Sitzkomfort sorgen. Ein Strahlen geht über die Gesichter des Pastors und der anwesenden Kirchenvorstandsmitglieder. So, wie die Bänke jetzt den Raum füllen, genau so haben sie sich die dadurch entstehende Atmosphäre erhofft.

So weit, so gut. Jetzt werden wohl auch die restlichen Arbeiten noch pünktlich fertiggestellt werden können, aber spannend bleibt es bis zum letzten Augenblick, das weiß jeder, der baut oder umfangreich renoviert. So manches Gemeindeglied, das regelmäßig nach den Sonntagsgottesdiensten im Gemeindehaus die Gelegenheit wahrgenommen hat, einer kleinen Baustellenführung zu folgen, sieht nun davon ab und will sich lieber am Reformationstag überraschen lassen.

Festgottesdienst am 31. Oktober

Im Kirchenvorstand wird parallel dazu der Festgottesdienst mit anschließendem Empfang geplant. Man freut sich darauf, der Gemeinde die Kirchentüren wieder öffnen zu können, hofft auf eine volle Kirche, und man freut sich auf die zusätzlich eingeladenen Gäste, wie beispielsweise Bauleiter, Architekt und den Altarraumkünstler Jo Klose, die Nachbarn, ehemals in der Gustav-Adolf-Kirche tätig gewesene Geistliche, Vertreter der einzelnen Gewerke, Vertreter kirchlicher und politischer Ebenen und nicht zuletzt der Schwesternkirchen. Wer immer dabei sein mag – wegen des Reformationsjubiläums, wegen der Einweihungsfeier: Der ökumenisch geprägte Festgottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche am 31. Oktober beginnt um 15 Uhr.