„Platt överall in de Welt“ Spaß beim plattdeutschen Rudelsingen in Meppen

Von Gerd Mecklenborg

Die Musiker hatten den Rudelchor schnell im Griff. Foto: Gerd MecklenborgDie Musiker hatten den Rudelchor schnell im Griff. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Das erste „Rudelsingen up Platt“ im Rahmen des Festivals „PlattSatt!“ in Meppen ist sogar mehrstimmig gelungen.

Mit großer Begeisterung haben zahlreiche sangesfreudige Emsländer in allen Altersgruppen am „Rudelsingen up Platt“ in den Räumen der Werbeagentur Menke und des Klavierhauses Dausin am alten Güterbahnhof in Meppen teilgenommen. Im Rahmen des Festivals „PlattSatt!“ der Landschaft Emsland/Bentheim hatten die Veranstalter die „Karaokeprofis“ Kurt und Simon Bröker nach Meppen eingeladen.

Die beiden Stimmungskanonen kamen beim „Rudelchor“ gut an, „denn die haben es so richtig drauf, beherrschen das Animieren zum Mitsingen perfekt“, strahlten Margret und Heinz Schnelte schon nach den ersten beiden Liedern. Gemeint waren der Klassiker „Det du min leevsten büst“ und eine auf plattdeutsch umgedichtete Version von Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“, dessen Refrain „Ick weer noch nie nich in New York“, der begeisterte Rudelchor lauthals mitsang. Auch bei den sehr schönen melodiösen Volksweisen wie „Lütt Matten de Haas“, bewies so mancher Mitsänger - die waren in der Mehrheit weiblich - Musikalität und stimmte harmonisch mit der zweiten oder gar dritten Stimme ein. „Das liegt daran, dass wir alle auch zuhause mit Begeisterung singen“, freute sich das Ehepaar Schnelte „auf die Gelegenheit das heute mal laut im ‚Rudel‘ machen zu dürfen“.

Auf einer großen Leinwand wurden per Beamer die Liedtexte projiziert. „Erstaunlich, die Leute setzen sofort - wie aus der Pistole geschossen - mit voller Begeisterung und ohne Scheu ein, dazu trägt aber auch die gute Akustik hier in den Räumlichkeiten ihren Teil bei. Der Erfolg ist immer dann garantiert, wenn die Melodie allen Mitsängern bekannt ist“, freuten sich die Musiker Kurt und Simon Bröker in der Pause.

Das Rudelsingen „Nord“ Team um Vater und Sohn Bröker hat extra ein plattdeutsches Programm mit alten, aber auch neuen „übersetzten“ Hits entwickelt. „Singen ist nun mal gemeinsam am schönsten“, befand dann auch die gebürtige Meppenerin Ursula Kremer, die aus dem Ruhrgebiet zu Besuch in der „alten Heimat“ war. Und der Spaß am gemeinsamen Singen formte einen wohlklingenden Chor bei plattdeutschen Evergreens wie „Hamburger Veermaster“ oder „Danz upp de Deel“.

Besonders interessant für die Chorsänger wurde es immer, wenn auf plattdeutsch umgedichtete aktuelle Popsongs von Mark Forster oder Max Giesinger gesungen wurden. Trotz aller Lockerheit gab es auch feste Regeln. „Gesungen wird ausschließlich im Stehen. Trinken und Quatschen ist verboten wenn gesungen wird“, ordneten die beiden Musiklehrer aus Bremen augenzwinkernd an. Natürlich durfte im Stehen geschunkelt, bei Status Quo auf Platt „Rockin överall in der Welt“ gejamt, oder bei „Wie danzt tohoop“ sogar getwistet werden.


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