Im Emsland Barrierefrei kommunizieren Flyer als Leitfaden für Kommunikation mit Gehörlosen

Mit dem Zeichen für I Love You als Zeichen der Unterstützung von Gebärdensprachlern(v. lks.) Michael Korden, Hendrik Dangschaft, Sabine Sandkämper, Kathrin Ender, Dr. Andreas Blomenkamp. Foto: RAG WfbMMit dem Zeichen für I Love You als Zeichen der Unterstützung von Gebärdensprachlern(v. lks.) Michael Korden, Hendrik Dangschaft, Sabine Sandkämper, Kathrin Ender, Dr. Andreas Blomenkamp. Foto: RAG WfbM

Meppen. Unter dem Titel „Kommunikation mit Gehörlosen – Gelingende Kommunikation“ haben Mitglieder des Projektes „Gelingende Kommunikation“ der regionalen Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten in Süd-West Niedersachsen einen Leitfaden zur Verständigung zwischen gehörlosen und hörenden Menschen entwickelt.

Mit der Broschüre richten sich Kathrin Ender, Muttersprachlerin der Deutschen Gebärdensprache, und Hendrik Dangschat, Verantwortlicher für Unterstützte Kommunikation bei der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO), vorwiegend an Menschen, die bisher keinen Kontakt mit Gebärdensprachlern hatten und sich über die Welt der Gehörlosen informieren möchten – beispielsweise, weil sie in Zukunft mit einem gehörlosen Menschen zusammenarbeiten.

„In der Broschüre findet man erste Tipps für ein gelingendes Gespräch zwischen Hörenden und Gebärdensprachlern, Informationen zur Deutschen Gebärdensprache (DGS) sowie den Einsatz von Dolmetschern oder anderen Hilfsmitteln“, erklärt Kathrin Ender. (Weiterlesen: Gebärdensprachkurse an der Uni Osnabrück)

Überall barrierefrei kommunizieren

Die acht Werkstattträger regionalen Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten in Süd-West Niedersachseneinen(RAG: WfbM) sowie die Vorsitzende des Werkstattrats und ihre Assistenz der RAG: WfbM arbeiten seit Dezember 2014 gemeinsam am Projekt „Gelingende Kommunikation“. Ziel hierbei sei es, in allen teilnehmenden Einrichtungen Standards für „Gelingende Kommunikation“ einzuführen, damit Menschen mit einer Behinderung, egal wo sie leben und arbeiten oder Beratung in Anspruch nehmen, barrierefrei kommunizieren können. (Infos zum Gebärdensprachkurs an der VHS Delmenhorst gibt es hier)

Michael Korden, Vorsitzender der RAG: WfbM, beschreibt die Zielsetzung des Projektes so: „Gerade Menschen, die in ihrer Kommunikation beeinträchtigt sind, brauchen individuell angepasste Möglichkeiten, um kommunizieren zu können. ‚Gelingende Kommunikation‘ schließt alle Kommunikationsmethoden und die Menschen, die in Kommunikation treten, ein.“ Der Projektaufbau orientierte sich im ersten Jahr am Menschen selbst, entwickelte in 2016 und 2017 Maßnahmen für die Einrichtungen und wird in 2017 die Ergebnisse im jeweiligen Sozialraum bekannt machen.

Auch im privaten Umfeld

Die entwickelten Standards gelten dabei nicht nur für die beruflich Handelnden von Einrichtungen der Behindertenhilfe, sondern auch für die Familie, Freunde und Kollegen des betroffenen Menschen. Die Umsetzung einer „Gelingenden Kommunikation“ ist ein wesentlicher Bestandteil von Inklusion: Sie wird auch als „barrierefreie Kommunikation“ bezeichnet und bezieht die Gemeinschaft mit ein. Die Einrichtungen der RAG:WfbM haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Kommunikation barrierefrei im Sinne einer inklusiven Gesellschaft zu gestalten.

Von Treuhandstiftung gefördert

Mitgefördert wurde die Publikation von der OLB-Treuhandstiftung Weser-Ems. Sie unterstützt soziale, karitative und ökologische Projekte im Nordwesten Niedersachsens. Mit ihrem Partnerschaftsmodell aus Stiftern, aber auch aus Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen werden Kräfte gebündelt, um möglichst viel zu bewegen.

„Als Treuhänder unserer Stifter stehen wir hier in besonderer Verantwortung, sinnvolle Förderprojekte in der Region zu identifizieren“, betonte Andreas Blomenkamp, Vorstand der OLB-Treuhandstiftung Weser-Ems, in einem Treffen mit den Projektverantwortlichen. „Wir freuen uns, dieses wertvolle Projekt ‚Gelingende Kommunikation‘ zu begleiten.“ Er zeigte sich im Gespräch selbst sehr interessiert an der Gehörlosenkultur und ließ sich von Kathrin Ender die Basics zeigen.

Michael Korden dankte Blomenkamp herzlich für die Unterstützung und kündigte an: „Zukünftig werden noch weitere Broschüren in vergleichbarer Struktur zu anderen Themenfeldern erscheinen.“ Die Gestaltung der Broschüre und der Zeichnungen erfolgte durch Sabine Sandkämper. Text und Inhalt erarbeiteten Kathrin Ender und Hendrik Dangschat.