Bundestagswahl in Meppen Falsche Wahlkarte ist auf dem Dorf kein Problem


Meppen. Wählen ist Bürgerpflicht – für die meisten Einwohner des Meppener Stadtteils Versen ist das keine Frage. Deshalb sind am Sonntag um 10.30 Uhr auch schon mehr als 150 ins Wahllokal in der Grundschule gekommen, um ihre Stimme abzugeben. Aber nicht wenige hatten ein kleines Problem im Gepäck – nämlich eine falsche Wahlbenachrichtigungskarte.

„Das ist heute schon einige Male passiert“, berichtet Wahlvorsteher Erich Brand-Saßen. Seit vielen Jahrzehnten sitzt er an Wahlsonntagen gemeinsam mit einem achtköpfigen Team an den kleinen Tischen der Grundschüler und wartet auf Wähler. Aber so eng aufeinander folgten Bundes- und Landtagswahlen in Niedersachsen wohl noch nie. „Viele haben einfach ihre Wahlbenachrichtigung mitgebracht und nicht geschaut, für welche Wahl sie gültig sind“, berichtet Brand-Saßen. Deshalb haben einige die Karten für die Landtagswahl am 15. Oktober dabei.

Aber nach Hause geschickt werden sie deshalb eher nicht. Die Karten dienen vor allem dazu, die Wähler im Wahllokal schneller auf der Liste zu finden und auszutragen, die der Wahlvorstand am Freitag vor der Wahl ausgehändigt bekommen hatte. Niemand soll doppelt wählen dürfen, deshalb steht auf den Karten eine Nummer, anhand derer der Wähler oder die Wählerin schneller auf der Liste zu finden ist.

Mehr als 1200 Versener waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen, erfahrungsgemäß macht ein größerer Teil nicht von seinem Wahlrecht Gebrauch, nämlich diejenigen, die in der JVA Versen einsitzen, aber als deutsche Staatsbürger wählen dürften. „Viele Insassen wählen per Brief“, sagt Brand-Saßen, manchmal nutze auch der eine oder andere einen Freigang, um im Wahllokal zu erscheinen.

Aber zurück zur Wahlbenachrichtigungskarte: „Die meisten Versener kennen wir persönlich“, sagt Brand-Saßen. Dann spiele die Karte keine Rolle. Kenne man jemanden mit der falschen Wahlkarte nicht, müsse er seinen Personalausweis vorzeigen. Und nur wenn der auch nicht vorhanden sei, müsse man die Wähler wieder nach Hause schicken, damit sie die richtige Wahlkarte abholen.

140 Briefwähler gab es allein in Versen, wie viele am Ende ihre Stimme abgegeben haben würden, musste am Vormittag natürlich offen bleiben.


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