Festakt zum 375-Jährigen Windthorst-Gymnasium Meppen stolz auf Namenspatron


Meppen. Der Festakt zum 375-jährigen Jubiläum des Windthorst-Gymnasiums Meppen am Freitag ist ein gelungener Spagat zwischen Tradition und Moderne gewesen.

Nicht nur Landrat Reinhard Winter wagte einen „schnellen historischen Ritt“ durch die Geschichte der heutigen Kreisschule. 1642 gründeten Jesuiten die Schule und starteten mit zwei Klassen. 1833 wurde die Schule zu einem Gymnasium erster Klasse erhoben. Die Maturitätsprüfung (heutiges Abitur) berechtigte damit zum Hochschulstudium. 1954 ging das Gymnasium in die Trägerschaft des damaligen Landkreises Meppen über. Seit 1960 dürfen auch Mädchen die Schule besuchen. Von 1982 an trägt die Schule ihren heutigen Namen. Heute unterrichten rund 100 Lehrer 1024 Schüler.

Große Investitionen

Winter erinnerte daran, dass der Landkreis allein in den vergangenen Jahren 17 Millionen Euro in Neubauten und Modernisierungen des WGM investierte. „Der Landkreis hat damit die Rahmenbedingen für eine Schule geschaffen, die Tradition bewahren will, aber zugleich dem Wandel der Zeit und neuen Anforderungen an Lerninhalten, Wissensvermittlung und Strukturänderungen genügen will.“ Leitbegriffe wie „Wissen, Gemeinschaft und Mündigkeit“ bestimmten das pädagogische Konzept, so Winter.

Gute Abiturleistungen

Landtagspräsident Bernd Busemann sprach sich dafür aus, Schulen seitens der Politik nicht permanent mit Reformen zu bombardieren, sondern sie vielmehr mit den notwendigen Ressourcen auszustatten. Unter dem Applaus der Gäste warnte er vor einer weiteren „Niveauabsenkung des Gymnasiums“. In diesem Zusammenhang mahnte Schulleiterin Daniela Brüsse-Haustein auch für das WGM vor einem sich „dramatisch zuspitzenden Lehrermangel“. Gleichwohl sieht sie ihre Schule „gut gerüstet für die Zukunft“. Für den Schulelterrat forderte Thomas Lange ebenfalls eine „ausreichende Unterrichtsversorgung“. Leitender Regierungsschuldirektor Klaus Eilert von der Niedersächsischen Landesschulbehörde sagte: „Zahlreiche Zertifikate belegen die guten Leistungen der Schule.“ Auch die Abiturleistungen lägen deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Bestnoten von den Schülern

Bestnoten stellten auch die Schülersprecher Anastasia Baier und Felix Förster ihrer Schule aus. „In dieser Gemeindeschaft wird niemand allein gelassen.“ Talente würden durch vielfältige Angebote gefördert und gefordert.

Stolz auf Namenspatron

In seinem Festvortrag über den Zentrumspolitiker Ludwig Windthorst (1812 - 1891) sagte Geschichtsprofessor Hans-Georg Aschoff, dass das Meppener Gymnasium sehr stolz auf seinen Namenspatron sein könne. Er betitelte Windthorst als „herausragenden Gestalter des deutschen Parlamentarismus“. Er sei das „parlamentarische Genie“ seiner Zeit und ein „wichtiger Wegebereiter des Rechtsstaates“ gewesen. Auch in der Bekämpfung des Antisemitismus nahm der Politiker eine Vorbildfunktion ein.


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