FFH-Umsetzung im Emsland Schutz für Meppener Moor und den Schlammpeitzger

Von Tobias Böckermann


Meppen. Der Landkreis Emsland arbeitet weiter an der Sicherung von FFH-Gebieten nach nationalem Recht. Mit dem Esterfelder Moor ist nun unter anderem das kleinste Gebiet des Emslandes an der Reihe.

Die EU gibt die Ausweisung sämtlicher FFH-Gebiete vor – es muss also in jedem Land eine nach dortigem Recht geltende Schutzgebietsverordnung erlassen werden, die inhaltlich dem höher gestellten EU-Recht entspricht.

Rund 13300 Hektar FFH- und Vogelschutzgebiete hat der Landkreis Emsland bereits nach nationalem Recht geschützt, zwischen Meppen und Haselünne befinden sich weitere 1200 Hektar als Landschaftsschutzgebiet und 893 Hektar als Naturschutzgebiet im Verfahren.

Das Esterfelder Moor hat in unmittelbarer Nachbarschaft der Wohnbebauung im gleichnamigen Meppener Stadtteil die Zeiten überdauert und stellt eines der am besten erhaltenen Kleinstmoore des Emslandes dar. „Auf 1,31 Hektar wachsen neun Pflanzenarten, die auf der Roten Liste stehen“, berichtete die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland, Kirstin Meyer, im Umweltausschuss. Der NABU Emsland-Mitte kümmert sich seit vielen Jahren um die Erhaltung dieses Moores.

Größte Bedeutung habe dabei das Vorkommen der Blasenbinse, von der es landesweit nur noch eine Handvoll Vorkommen gebe. Das Esterfelder Moor befindet sich in Privatbesitz und ist bereits als FFH-Gebiet geschützt.

Ebenfalls auf den Weg gebracht hat der Ausschuss die Ausweisung des FFH-Gebietes „Ohe“ als Naturschutzgebiet. Das kleine Fließgewässer befindet sich zwischen Breddenberg und Lorup auf dem Hümmling. Einziger Schutzzweck ist das Vorkommen des Schlammpeitzgers. Der bodenlebende und nur wenig mobile Fisch besiedelt als typischer Bodenbewohner flache, warme, nährstoffreiche, sowohl stehende als auch fließende Gewässer.

Der Ausschuss stimmte dem Beginn des Verfahrens zu. 2018 sollen vier weitere Gebiete folgen.


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